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Über die Kultivierung der Lebensenergie in den östlichen Traditionen

In Ostasien ist die Verwendung des Begriffs Qi (chinesisch) oder Ki (japanisch) alltäglich. Sieht jemand gesund und kräftig aus, so sagt man, der hat viel Qi. Mit einem gewissen Vorrat an Qi wird man geboren und Qi nimmt man durch die Nahrung, die Atmung und den Körper auf. Das angeborene und das aufgenomme Qi (frisches Qi) vermischen sich im Körper und sind für alle Prozesse notwendig, die ein Mensch zum Leben braucht.
Das so verbrauchte Qi muss der Mensch wieder abgeben, sonst wird er krank oder stirbt. Ohne Qi läuft nichts, nicht nur im Menschen, sondern im ganzen Universum. Überall gibt es Qi, jenes Phänomen, das wir meistens mit „Lebensenergie“ bezeichnen.
So liegt es also nahe, dass die Menschen in Ostasien Übungen entwickelt haben, die das Qi fördern. Qigong, Taijiquan und Reiki sind einige davon. Alle diese Übungen fördern den Qi-Austausch bzw. optimieren den Qi-Verbrauch, d. h. nicht unnötig Qi zu verbrauchen.

Wesentliche Voraussetzungen dafür sind

  • Entspannung,
  • tiefe und ruhige Atmung
  • ein ruhiger Geist
  • Durchlässigkeit der Meridiane (Qi- Leitbahnen)
  • regelmäßige Übung

Alle in Ostasien entwickelten Methoden bauen hierauf auf, haben mitunter andere Schwerpunkte. Reiki zum Beispiel legt großen Wert auf die Aufnahme von Ki, wobei sich der Aufnehmende in einer möglichst entspannten Körperposition befinden und der Geist ruhig werden soll. Taijiquan fördert die Entspannung, die Atmung und den ruhigen Geist. Beim Qigong kann man keinen Schwerpunkt angeben, denn es gibt unter den vielen Tausend Qigong-Arten für nahezu alles mindestens eine Übung.
Alle drei Methoden haben den Vorteil, dass man sie alleine praktizieren kann, sobald man sie erlernt hat. Es wird auch nicht viel Platz benötigt und keine besondere Kleidung. Insofern besteht nahezu überall und jederzeit die Möglichkeit zum Üben.
Alle drei Methoden können zur Gesunderhaltung (Prävention von Krankheiten) verwendet werden. Regelmäßiges Üben verbessert – vereinfacht gesagt – den Qi-Fluss und beugt vielen Krankheiten vor. Zudem ist es sehr preisgünstig, denn alleine Üben kostet nichts – nur die Zeit, die man dafür aufwendet. In China wird deshalb seit den 50-er Jahren Taijiquan und später auch Qigong als breitangelegtes Volksgesundheitsprogramm öffentlich unterrichtet und praktiziert.
Auch ein therapeutischer Einsatz dieser Methoden ist möglich und wird auch schon gemacht. Allerdings sollte ein entsprechend medizinisch Ausgebildeter bei einer Therapie dabei sein. In Deutschland sollte man natürlich auch noch die Gesetzeslage berücksichtigen, wer hier heilen bzw. therapieren darf. In Deutschland gibt es schon zahlreiche Kliniken, in den Reiki, Taijiquan und Qi Gong eingesetzt werden. Insbesondere Qigong bietet hierbei zahlreiche Möglichkeiten, bei bestimmten Krankheitsbildern in ein Therapiekonzept mit eingebunden zu werden.

Lebensenergie auf Rezept?

Es wäre sinnvoll, diese (und andere) Methoden bei der anstehenden Reform des Gesundheitswesens zu berücksichtigen. Zu diesen anderen Methoden zähle ich nicht nur solche aus dem ostasiatischen Raum, die durchweg ihre Grundlagen in der chinesischen Weltanschauung haben (Shiatsu, Tuina, Kampfkünste etc.), sondern auch die indischer Provinienz. Im Yoga gibt es auch das Konzept einer Lebensenergie (Prana), die durch Übungen gefördert wird.
Wenn Kosten reduziert und die Eigenverantwortung der Menschen gestärkt werden sollen, bieten sich solche Methoden geradezu an. Jeder kann jeden Tag 15 – 30 Minuten (gerne mehr) etwas für seine Gesundheit tun. Dafür ist allerdings nicht nur ein Umdenken der Politiker notwendig, die dann nicht mehr nur auf die Ärzte- und Pharmalobby hören dürfen, sondern auch ein Umdenken des „normalen“ Volkes, das erkennen muss, dass Gesundheit keine Sache ist, die man nur den Medizinern und Medikamenten überlassen soll.
Leider gibt es meines Wissens keine vergleichbaren Methoden westlicher Provenienz. Das liegt meines Erachtens daran, dass es in dem christlich und naturwissenschaftlich geprägtem Menschenbild des Westens nicht eine dem Qi entsprechende Lebensenergie gibt. Am ähnlichsten ist noch der Atem. Mit dem Atem nehmen wir etwas auf, das wir zum Leben brauchen, den Sauerstoff. Der vermischt sich im Körper und ist für alle Lebensprozesse notwendig. Mit dem Atem geben wir „Altes, Verbrauchtes“ wieder ab in Form von Stickstoff. Passiert dieser Austausch nicht, so werden wir krank oder sterben.
Interessanterweise ist die wörtliche Übersetzung von Qi „Dampf, Atem“.

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