So lange, wie wir uns als von anderen getrennte Lebewesen erfahren, werden wir immer wieder für unsere individuellen Probleme Projektionsflächen im Außen suchen („die Schuld liegt beim Anderen“) und uns daran in Form von Konflikten bis hin zum Krieg „abarbeiten“. Wirklicher Frieden kann nur entstehen, wenn wir die illusionäre Trennung in unserer Wahrnehmung der Welt durchschaut haben. Um die sich daraus ergebende Einheit auch zu leben, ist es notwendig, die Hindernisse, die dieses freie konfliktlose Sein verhindern, auf den verschiedenen Lebensebenen zu integrieren.

Von Ludmilla & Roland

Aus der spirituellen, erwachten Sicht gibt es kein Innen und Außen, das getrennt voneinander existiert. Innen und Außen sind eins. Solange wir uns selbst aber noch als getrennt vom Rest der Welt erleben, ist es aufschlussreich, die scheinbar äußere Welt als einen Spiegel unseres Inneren zu sehen und anzunehmen. Wie das geht? Wenn wir nun Chaos und Unfrieden im Außen wahrnehmen und uns das aufwühlt und in Unruhe versetzt, dann sollten wir genauer hinschauen, welche Aspekte in uns noch nicht in Frieden mit dem Leben sind. Ganz persönlich, ganz individuell in unserem eigenen kleinen Universum: Was gefällt mir nicht in meinem Leben? Wo sind meine Konflikte? Was macht mich wütend, traurig oder besorgt? Welche Situationen und Gegebenheiten erzeugen Unruhe in mir? Dies sind Fragen, die wir uns stellen sollten. Der ganz private “Unfrieden” in unserem Inneren braucht unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir ihm diese bedingungslose Aufmerksamkeit schenken, geschieht Transformation hin zu innerem und äußerem Frieden.

Der Beginn der Reise in die ganzheitliche Wahrnehmung

Im Laufe unserer eigenen Prozesszeit haben wir erfahren, dass unsere Entwicklung immer bei unserem Ich losgeht, bei unserer jetzt erlebten Realität.

Schauen wir uns einmal an, wo die Welt heute steht. In der Regel sind wir uns eines mehr oder weniger stark ausgebildeten Egos bewusst. Wir laufen durch die Welt, die ohne Zweifel existent ist und Realität hat. Wir folgen einem naiven Realismus: Ich existiere neben sieben Milliarden anderen Menschen, und da draußen ist die Welt, durch die wir alle laufen. Und sieben Milliarden Ichs oder Egos wünschen sich, dass die eine Welt, die da draußen ist, so funktioniert, wie sie es wollen. Jeder hat da in der Regel eine ganz andere Vorstellung. Manche Vorstellungen widersprechen sich komplett und so teilt uns diese eine Welt normalerweise mit: „Sorry, aber ich funktioniere nicht so, wie all die verschiedenen Menschen das wollen. So geht es einfach nicht.“ Aber wie dann?

In diesem etwas verwirrten Zustand sind wir in der Regel, wenn wir mit unserem spirituellen Weg beginnen. Einige wenige haben das Glück, direkt aus diesem Zustand heraus zu erwachen. Für sie ist das Spiel damit in der Regel erledigt, aber die meisten gehen doch schrittweise ihren Weg hin zur Erfahrung ihres wahren Selbst, des absoluten Seins, des reinen Bewusstseins. Auf der Ebene dieses reinen Bewusstseins sind nicht nur wir – sieben Milliarden Menschen – gleich, sondern auch diese eine Welt. Ja, auch diese Welt vom kleinsten Atom bis hin zum riesigen Universum ist aus diesem reinen Bewusstsein geboren und IST reines Bewusstsein.

Unser naiver Realismus will uns dagegen einreden, dass wir Menschen auf der einen Seite stehen und die Welt auf der anderen Seite. Eine naive Dualität von Ich und der Welt. Aber wenn wir auf dem spirituellen Weg eine bestimmte Strecke gegangen sind und Transzendenzerfahrungen gemacht haben, Aufwacherlebnisse gehabt haben und natürlich ganz besonders, wenn wir bereits erwacht sind, wissen wir, dass es so naiv, wie es sich darstellt, in Wirklichkeit nicht ist. Denn das, was wir wirklich sind, ist ja reines Bewusstsein, und das, was die Welt ist, ist ebenfalls reines Bewusstsein. Zwischen dem naiven und dem erwachten Bewusstsein stehen verschiedenste Hindernisse, die beseitigt werden wollen, damit wir die Ebene der Naivität verlassen können. Wenn man erwacht ist, ist damit nicht automatisch das Ziel erreicht. Der Körper und die Sinne begeben sich in einen Transformationsprozess, der damit endet, dass erkannt wird, dass auch der Körper und die Sinne und die ganze Wahrnehmung reines Bewusstsein sind.

Wenn das geschafft ist, ist der Bewusstseinszustand erreicht, den wir den Körper reinen Bewusstseins, den Körper puren Seins nennen. Und das ist etwas ganz anderes als der Zustand, in dem wir im naiven Realismus mit unserem Ego durch die Welt laufen. Völlig anders.  Der Körper ist dann leicht und durchlässig, er scheint keine Grenzen mehr zu haben. Die Enge, die Begrenzung des Körpers ist transzendiert und es ist, als sei unser Körper die Unendlichkeit. Der EINE Raum der Ganzheit. Das Zentrum der Wahrnehmung verschwindet und verlagert sich in diesen unendlichen Raum. Frieden kehrt ein, Leichtigkeit. Die Frage nach Verbundenheit stellt sich nicht mehr, da du dich inklusive deines Körpers als das EINE erlebst. Da ist alles enthalten – reine Fülle.

Der Reinigungsvorgang

Die eine oder andere Erfahrung in diesem Bereich haben einige Leser sicher auch schon gemacht und können das gut nachvollziehen.

Unsere Erfahrung ist, dass der Prozess der SELBSTverwirklichung auf allen Ebenen in uns vollzogen wird. Es kann keine Ebene außen vor bleiben, denn nur, wenn wir alle Unwissenheiten integriert haben, stellt sich echter Friede ein.

Wir haben das Forschungsfeld zum besseren Verständnis zunächst einmal in drei individuelle Ebenen oder Räume aufgeteilt – die mentale, die emotionale und die körperliche Ebene (= Raum). Also ein einfaches Modell, mit dem wir gut arbeiten können. Diese Ebenen/Räume sind natürlich verzahnt und nicht wirklich getrennt. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass der SELBSTverwirklichungsprozess immer diese drei Ebenen/Räume in seiner Gänze mit einbezieht, ja einbeziehen muss. Die Heilung, die Bewusstwerdung und Klärung unserer unbewussten Anteile oder Unwissenheiten erfolgt auf diesen drei Ebenen. Das Flüchtigste, das Leichteste ist der mentale Raum. Glaubenssätze, die nur mental manifestiert sind, werden am schnellsten durchschaut, lösen sich am schnellsten auf und werden in diesem Transformationsprozess verwandelt und transzendiert. Der emotionale Aspekt, die emotionale Ebene, ist schon ein bisschen zäher. Das geht nicht ganz so leicht und schnell und bedarf auch tatsächlich emotionaler Arbeit und Aufmerksamkeit. Und dann kommt noch der körperliche Aspekt dazu. Alle Ebenen durchmischen sich natürlich, aber in unserer Erfahrung hat es sich gezeigt, dass die Klärung des Körpers am langwierigsten ist.

Die ganze Zellerinnerung, die Prägungen, die Gewohnheiten, die Traumata sind in den Zellen gespeichert und müssen erkannt, aufgelöst und transzendiert werden. Wenn das geschieht, wird der Körper auch immer ein Stück leichter, weiter, durchlässiger und durchsichtiger. Blockaden werden gelöst und die Energie kann wieder besser fließen. Und es scheint, dass der Körper in diesem Prozess Stück für Stück mehr an Leichtigkeit und Durchlässigkeit gewinnt und irgendwann ein Zustand erreicht wird, in dem der Körper als reines Bewusstsein wahrgenommen wird. Es kann allerdings eine Weile dauern, bis das geschieht, bis all die damit zusammenhängenden Aspekte transformiert, transzendiert und integriert sind. Die Ganzheit, die wir sind, ist dann dauerhaft erfahrbar.

Ungetrennt vom Rest der Welt

Was hat das nun für eine Auswirkung, wenn wir uns ungetrennt vom Rest der Welt als die Ganzheit erfahren? Und was macht es mit so etwas wie Krieg in der Welt?

Für dich als Individuum bedeutet die Verwirklichung ungetrennten Seins, dass du in innerem Frieden verweilst, unabhängig davon, was scheinbar außen für ein Chaos herrscht. Und natürlich wirst du Krieg niemals gutheißen, da es unendlich viel Leid für die Menschen bedeutet und dein Mitgefühl dich ganz natürlich gegen jegliche Gewalt sein lässt. Kollektive unaufgearbeitete Traumata auf Opfer- wie auf Täterseite lassen jedoch immer wieder Kriege im Außen entstehen und dann kommt es für die dort involvierten Menschen zu Traumatisierungen und Re-Traumatisierungen. Die nicht direkt beteiligten Menschen, die das Ganze aus der Ferne beobachten, sind dazu aufgerufen, ihre eigenen verdrängten Themen in ihr Bewusstsein zu holen und sie für sich zu klären. Je mehr Menschen das machen und den Weg der SELBSTverwirklichung gehen, desto positiver wirkt sich das auf den Weltfrieden aus.

Die SELBSTverwirklichung überwindet die Erfahrung des getrennten Seins, denn die Erfahrung von Getrennt-Sein wird ja erzeugt durch unsere Unwissenheit, durch die Dinge, die wir über uns vergessen haben, die uns nicht bewusst sind. Aus dieser Unwissenheit manifestieren sich unsere Lebenssituationen und erscheinen als Spiegel unseres Inneren – letztlich als unsere Schöpfung. Infolgedessen entsteht ganz selbstverständlich eine Anhaftung, eine Identifikation mit den entsprechenden Geschehnissen und deren begrenztem, wandelbarem Sein und damit die Erfahrung von Dualität. Wir vergessen unser wahres Selbst, erschaffen den Eindruck von Getrenntheit und erzeugen damit die Voraussetzung für Unfrieden in uns selbst und auch im und mit dem sogenannten Außen. Alleine das Wissen um diese Strukturen der Schöpfung bringt uns einen großen Schritt in Richtung Friedfertigkeit.

Wenn nun sogar viele Menschen zu ihrem wahren Selbst erwachen und infolge des Integrationsprozesses die Erfahrung ungetrennten Seins dauerhaft verwirklichen, dann entsteht bei ihnen innerer – und folglich auch äußerer – Frieden, da innen und außen nicht getrennt sind. Es gibt keine Unwissenheit mehr, die nach außen in die Schöpfung drängt, um für uns sichtbar zu werden, damit wir sie integrieren und heilen und damit wieder Ganzheit erfahren. Es gibt nichts mehr, was als verschieden von uns selbst erfahren wird. Ganz natürlich tauchen umfassende Empathie und Mitgefühl auf. Ein Mitfühlen mit der Welt, die du bist. Mit dem Leid, das aus Unwissenheit entsteht. Und ein Mitfühlen mit den scheinbar anderen Menschen.

Weshalb sagen wir “scheinbar anderen Menschen“? Wir begegnen doch täglich vielen verschiedenen Menschen, und offensichtlich gleicht keiner dem anderen. Sie scheinen völlig getrennt voneinander zu sein und sich auch so zu erfahren und  dementsprechend zu verhalten. Doch in der Tiefe ist es anders. Verschieden sind sie nur im Aspekt ihrer Individualität, nicht in dem, was sie wirklich sind. Selbstmitgefühl ist daher in der Tiefe auch immer Mitgefühl mit den anderen.

Frieden

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SIND wir FRIEDEN, gibt es nichts zu bekämpfen

Als Ausdruck des EINEN Seins, das wir alle sind, gibt es eine große Vielfalt in der Schöpfung. Eine Vielfalt, die in der begrenzten Wahrnehmung den Eindruck von grundsätzlicher Verschiedenheit und Getrenntheit suggeriert. Doch die unbegrenzte Wahrnehmung offenbart etwas anderes: In der Form erscheint dieses EINE in unendlich vielen verschiedenen Facetten, in der Essenz ist es jedoch eins: reines Bewusstsein. Es ist das Einzige, was wahrhaft existiert, was wir alle sind. Und wenn wir das erstmal annehmen, in diesem Bewusstsein unser Leben leben und auf die Welt schauen, dann haben wir den ersten Schritt in Richtung SELBSTverwirklichung und Friedfertigkeit getan. SELBSTverwirklichung und wahrhafter Frieden hängen eng zusammen, sie sind im Grunde eins. Denn haben wir uns erstmal als das erkannt, was wir wirklich sind, dann SIND wir FRIEDEN und es gibt nichts zu bekämpfen.

In einem nächsten Schritt können wir uns ganz bewusst um unsere eigenen Unwissenheiten kümmern. Unwissenheiten sind in verschiedenen Aspekten verankert und verweisen auf Glaubenssätze, auf alte Gefühlsblasen und auf körperliche Befindlichkeiten. Wir können uns folgende Fragen stellen: In welchen Situationen fühlen wir uns abgetrennt vom Rest der Welt? Wann spüren wir Enge, statt Unendlichkeit, die wir sind? Was bringt uns aus der Ruhe? Wann sind wir so sehr in unserem eigenen Ego-Tunnel gefangen, dass wir keine Klarheit und innere Gelassenheit mehr haben? Welches sind die mächtigen Triggerpunkte, die uns aus der Gelassenheit herausbringen und uns zu manch einer unüberlegten Tat verleiten?

Wenn wir diesen Punkten einmal stille Aufmerksamkeit schenken, uns für ihre Existenz nicht verurteilen, sondern wertfrei und in Liebe darauf blicken, ohne direkt kopflos in Handlung und Abwehr zu gehen, dann zeigt sich das heilige Wissen, das dahintersteckt. Heilig deshalb, weil es uns heil werden lässt, wenn es in unser Bewusstsein kommt, weil es uns vergangene Situationen ganzheitlich verstehen lässt und uns damit in Frieden bringt. Diesem wahren Wissen wohnt ein Zauber inne. Berühren wir es mit unserer Aufmerksamkeit, können wahre Wunder geschehen und Frieden einkehren – innen wie außen.

AUFWACHEN, ERWACHEN und ERLEUCHTUNG sind für Ludmilla & Roland verschiedene Bewusstseinszustände. Mit einem ersten AUFWACHEN beginnt häufig der spirituelle Weg, der mit dem dauerhaften ERWACHEN sein Ende findet und in der ERLEUCHTUNG seine Erfüllung. Ludmilla & Roland haben ihr ganzes Leben diesem Thema gewidmet und sind als erwachte spirituelle Lehrer Experten auf diesem Gebiet. Sie begleiten in ihrer „Online-Akademie Erleuchtung“ Menschen in einem Intensivkurs zu einem Leben in Erleuchtung.

Anmeldung für ein kostenloses Analyse-Gespräch unter https://www.erleuchtung.academy

Über den Autor

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sind spirituelle Lehrer in Berlin, die ihr Leben dem Thema Aufwachen, Erwachen und Erleuchtung gewidmet haben, Dinge, die für sie unterschiedliche Bewusstseinszustände darstellen. Zu diesen Themen organisieren sie Kongresse und Webinare und sind zudem die Begründer der „Schule der Neuen Rishis“. Sie haben außerdem das Netzwerk- Erleuchtung ins Leben gerufen, eine Community, die bundesweit an verschiedenen Standorten sowie im Internet tätig ist und sich zur Aufgabe gesetzt hat, interessierte Menschen, die nach Erwachen und Erleuchtung streben, zu vernetzen.

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