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Viele spirituelle Schulen propagieren die Einheit aller Dinge – alles hängt zusammen, nichts ist getrennt. Doch für die wenigsten Menschen liegt das im Bereich ihrer täglichen Erfahrung. Sie fühlen sich vielmehr als abgetrennte Lebewesen. Die Folge: Unglaube, Skepsis -und Leid. Doch zunehmend postuliert auch die moderne Naturwissenschaft Theoreme, die die Erkenntnisse der alten Weisheitslehren untermauern.

Nach der traditionellen naturwissenschaftlichen Sichtweise regieren vier Felder die Ordnung der Welt: Man findet solche von starker und schwacher Wechselwirkung, es gibt den Elektromagnetismus und die Gravitation. Von dem amerikanischen Physiker J. S. Hagelin wurde nun ein fünftes Feld postuliert, ein Feld von Supersymmetrie, das erst einmal alle bisherigen Ansätze in Frage stellt. Dieses Feld ist mit dem Begriff des reinen Bewusstseins oder auch der Transzendenz identisch, das beispielsweise Maharishi Mahesh Yogi postuliert. Auch die Philosophie des Advaita Vedanta, der Nicht-Zweiheit, basiert auf dem Gedanken, dass es nur eines gibt. In diesem Feld haben sowohl Geist als auch Materie ihren Ursprung, beides sind nur unterschiedliche Ausformungen der gleichen Energie.
Dieses Feld lässt sich sogar experimentell beweisen: In der entsprechenden Versuchsanordnung strahlt ein Atom zwei Photonen (Lichtquanten) in entgegengesetzte Richtungen ab. Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass dann, wenn sich das eine Photon in die eine Richtung drehte (Spin), das andere Photon diese Bewegung zeitgleich ebenso ausführte – die beiden Photonen beeinflussen einander, nein, mehr noch, sie verhalten sich wie ein einziges Photon außerhalb von Zeit und Raum. Einsteins Erkenntnissen nach kann aber eine solche Verbindung nicht existieren, da sich nichts schneller als das Licht – und nichts anderes sind die Photonen ja – bewegen kann! Es ist nach diesem Verständnis für die Photonen unmöglich, sich über eine räumliche Entfernung gegenseitig so zu beeinflussen, dass das eine Lichtquant sich zur gleichen Zeit exakt wie das andere verhält. Die einzige Erklärung des Phänomens wäre die Annahme einer übergeordneten Wirklichkeit hinter den Ebenen der materiellen Erscheinungen, eine Realität, die wir mit unserem begrenzten Ich-Bewusstsein nicht wahrnehmen können und die alles „steuert“.

Reines Bewusstsein erfahren

Ist dieses transzendente Einheitsfeld für uns auf irgendeine Weise erfahrbar? Ja, beispielsweise durch Meditation. Wenn wir durch bestimmte Formen anstrengungsloser Meditaton – nicht: Konzentration – immer tiefer nach innen gelangen, werden wir uns irgendwann eines Zustandes gewahr, der frei ist von allen Inhalten und Gedanken – reines Bewusstsein. Dieser Zustand zeigt sich auch als Stille, Frieden, Harmonie. Er lässt sich sogar auf der physiologischen Ebene im EEG durch bestimmte Arten von Hirnwellen nachweisen. Ein Bewusstsein, das der Transzendenz nahe ist, bringt nicht nur Ruhe im eigenen Kopf, sondern hat zudem einen ordnenden Effekt auf die direkte und indirekte Umgebung – das ist der innere Frieden und die Freude, die wir im Beisein von spirituellen Meistern feststellen, wenn wir empfänglich dafür sind. Die Wirkung der Meditaition verstärkt sich noch, wenn viele Meditierende zusammenkommen, da dann der Ordnungseffekt natürlich größer ist. Er nimmt mit der Zahl der Meditierenden allerdings nicht nur linear zu, sondern die Wirkung potenziert sich sogar – jeder, der schon einmal an Gruppenmeditationen teilgenommen hat, kann den Effekt einer sich vertiefenden Meditation bestätigen.

Der Teil beeinflusst das Ganze

Hier gewinnt noch ein weiteres Prinzip an Bedeutung: der Phasensprung. In der Physik bezeichnet man damit einen Vorgang, bei dem sich nicht alle Teile einer Menge in einer bestimmten Richtung bewegen müssen, damit das ganze System kippt, sondern dass nur ein bestimmter Teil dafür erforderlich ist. Bei einem Stück Eisen reicht beispielsweise die Wurzel aus der Gesamtmenge der weißschen Bezirke (der kleinen Elementarmagneten im Eisen) aus, damit sich das ganze Stück in einen Magneten verwandelt.
Dass die Gesellschaft als Ganzes ähnlichen Mustern gehorcht, zeigte ein Experiment in Washington während der 80er Jahre. Eine Gruppe von rund 4000 Meditierenden schuf dort über mehrere Tage ein so starkes Feld von Ordnung, dass die Kriminalitätsrate während der Zeit erkennbar zurückging. Die kleine Gruppe ermöglichte einen Phasensprung und „hob“ das Bewusstseinsniveau der ganzen Stadt, so dass „chaotische“ Tendenzen wie Gewalt und Kriminaltität im Bewusstsein der Menschen einfach weniger auftauchten.
Auch zum Thema Erleuchtung kann das Prinzip des Phasensprungs einiges beitragen. Einige Advaita-Lehrer behaupten zum Beispiel, ihr jetziger Zustand des Erwachtseins sei eine Gnade. Sie schlussfolgern, man könne nichts tun, um dorthin zu kommen, und dies müsse bei allen anderen Menschen ebenso sein. Doch was sie als Gnade erlebt haben, war genau dieser Phasensprung. Vorher allerdings folgten die meisten jahrzehntelang verschiedenen spirituellen Wegen. Sie waren nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Entwicklung reif für den Sprung in die Transzendenz. Meditation und andere spirituelle Praktiken haben damit sehr wohl einen Sinn. Auch eine Blume braucht eine – oft lange – Zeit des Wachstums, bevor sie in voller Schönheit erblüht.

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