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Abschied von Illusionen


In Frieden leben – ein alter Menschheitstraum. Im anderen deinen Bruder sehen und dich selbst in den Schwestern erkennen. Wo das Wohl des anderen genauso wichtig ist wie dein eigenes. Wo du dein Haus öffnest und willkommen heißt. Dich nicht auf Kosten anderer bereicherst und ihre Benachteiligung für selbstverständlich hältst.

Ist Frieden also ein Ammenmärchen? Es sieht so aus: Bewaffnete Konflikte rund um den Globus, Brandherde in allen Kontinenten, in vielen Ländern seit Jahrzehnten. Eine Zunahme an ethnischen Abschlachtereien unter den Augen der Öffentlichkeit. Gezielte Terroranschläge auf Zivilisten außerhalb von Kriegszonen, inzwischen hautnah vor unserer Tür. Ein Anstieg an Verrohung und Brutalität bei Überfällen und Gewaltanwendungen in unseren Gesellschaften und Familien! Steigende Umweltbelastungen. Ein globalwirtschaftlicher Beschleunigungs- und Konzentrationsprozess, den viele auch deswegen als persönlichen Überlebenskrieg erleben, weil er einhergeht mit zunehmender Vereinsamung, Entwurzelung und dem Verlust von sinnstiftenden Gruppenbezügen.

Man müsste schier verzweifeln, gäbe es nicht auch andere Zeichen.  Je brutaler, je unerbittlicher die Schrauben im Leben eines Einzelnen von den äußeren Umständen angezogen werden, desto leuchtender diejenigen, die es dennoch schaffen, in Frieden zu leben. Prominentestes Beispiel: der Dalai Lama. Sein kugelrundes Gesicht leuchtet vor Freude, seine Augen spiegeln Güte und Humor. Immer heiter und gelassen? Bei ihm wirkt es echt. Er berührt die Menschen, wohl weil er sie wirklich sieht. Er lässt sich von ihnen berühren. Wie? Er ist präsent.

Das Wunder der Achtsamkeit nennt Thich Nhat Hanh diese Fähigkeit, mit voller Aufmerksamkeit sich hineinzufühlen und haargenau wahrzunehmen, was tatsächlich gerade in einem vor sich geht. Hinzuspüren ohne auszuweichen. Klingt banal? Von wegen – es ist revolutionär! Denn fast immer erleben wir gar nicht vollständig, was wir tun: Wir essen, ohne wirklich zu schmecken, hören, ohne wirklich zu verstehen, berühren, ohne wirklich zu fühlen, und sprechen, ohne wirklich zu wissen, was wir sagen. Schmalspurleben eben: Nur einen winzigen Bruchteil von uns und der Welt erleben. Kein Wunder also, wenn wir viele Bedürfnisse und Warnsignale überhören oder immer stärkere Anreize im Außen suchen, um einer inneren Unruhe und Not zu entgehen. Verblüffenderweise verschwindet ein sehr hoher Prozentsatz chronischer Beschwerden, wird diese Form der bewusst gelenkten Aufmerksamkeit täglich über mindestens 45 Minuten geübt. Der Haupteffekt jedoch: Der Geist findet endlich Ruhe.

Dieses Innehalten ist Schlüssel und Anfang einer Reise in ganz neue Dimensionen. Auf sehr anschauliche Weise verdeutlicht dies Mathieu Ricard in seinem neuesten Buch „Glück“, das von der Kritik und breiten Öffentlichkeit in Frankreich begeistert aufgenommen wurde. In Ricards Person und Vorgehensweise vereinen sich die besten Seiten östlicher Weisheit und westlicher Wissenschaft. In seinem Wissensdurst war der Wissenschaftler des renommierten Pasteur-Instituts nach Indien gezogen, um dort bei exil-tibetischen Lehrern 30 Jahre lang die Zusammenhänge des Lebens in seiner ganzen Tiefe zu ergründen. Ricard gelingt es, plausibel nachzuweisen, dass Kriege immer aus einem innerem Krieg entstehen, wirklicher Frieden seinen Ursprung nur in unserem Inneren haben kann und ein dauerhafter innerer Frieden für jeden Menschen möglich und erreichbar ist.

Einzige Voraussetzung: Du widmest dich diesem Ziel mit Hingabe, Disziplin und Ausdauer. Und genau da liegt für viele von uns die Krux. Aber ist es denn wirklich so schlimm? Früher dachte man, Marathonlaufen sei nur etwas für sportliche Überflieger. Heute tun es Millionen. Mit dem richtigen Training können wir auch diesen Marathon schaffen: Dem Strom der Gedanken und Emotionen nicht mehr ausgeliefert sein. Uns selbst lieben. Uns von Illusionen lösen, die uns hindern, in Einheit mit allen und allem zu leben. Frei werden von den äußeren Umständen, heiter und gelassen in immer mehr Lebenslagen. Inneren Frieden finden.

Geht das auch ohne Arbeit und Disziplin? Eine Illusion. Dennoch war es noch nie so einfach, sich diesem Ziel zu nähern. Unterstützung gibt es von allen Seiten, zugänglich für jeden. Übungen und Praktiken beschrieben von Lehrern wie Kabatt-Zinn (Gesund durch Meditation), Thich Nhat Hanh (Das Wunder der Achtsamkeit), Ricard, Yoko Beck (Einfach Zen), Pemal Chödrön (Wenn alles zusammenbricht), dem Dalai Lama und vielen anderen. Gleichzeitig inspirieren sie uns mit ihrem eigenen Leben, an unser Potential zu glauben und immer wieder Mut zu fassen. Dazu Zentren, Retreats, Kurse für jedes Niveau. Und nicht zuletzt energetische Unterstützung wie z. B. Deeksha-Übertragungen, welche die Aktivitäten im Gehirn verändern, was den gesamten Prozess spürbar erleichtert.

Fazit: Bereits nach wenigen Monaten systematischen Einsatzes deutliche Verbesserungen, wir beginnen aufzublühen. Und je länger wir trainieren, desto tiefer der Friede, desto glücklicher wir. In China heißt es: Jede lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Bon voyage!

Photo Isabella Winkler: devesh@mac.com

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