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Der Steinkreis oder das aus Steinen gebaute Medizinrad mit seinen acht Richtungen ist uralt. Die Ältesten dieser Tradition sagen, dass das Wissen um das Tanzen auf diesem Rad ein Geschenk der „Skwanesie“, der hochentwickelten Sternenvölker ist, die mit ihrer Inkarnation als Lichtwesen auf diesem Planeten die Basis für alle spirituellen Schulen legten. Daher wird dieses grundlegende Medizinrad, das das Verständnis zu allen anderen Rädern dieser Schule erschließt, der Sternenmädchenkreis genannt.

Wie für mich alles begann

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als junge Frau auf der Insel Lewis im äußersten Nordwesten Schottlands vor dem Steinkreis von Callanish stand und nichts mehr wollte, als dieses Mysterium zu begreifen, das heute noch so viele Menschen in den Bann zieht. Wissen wollte, wozu diese Steine mit enormem Aufwand mitten im endlosen Moor errichtet wurden und wie sie als energetisches Ganzes funktionieren. Ich sah die Opfergaben vor den hoch aufragenden Zentrumssteinen und begriff, dass für die Menschen hier dieser Steinkreis mehr war als ein Rätsel aus grauer Vorzeit. Ich ging den Kreis ab und begann, die Steine zu umarmen. Bald merkte ich, dass die Energie im Zentrum tatsächlich am stärksten war. Verwundert vergaß ich die Zeit und die Menschen um mich, bis der Ruf meines Freundes mich in die Gegenwart zurückholte.
Zumindest einen Teil ihres Mysteriums behielten die Steine für sich, ich spürte die Kraft des Ortes und hörte Vermutungen über die Rituale früherer Kulturen, die dort stattgefunden haben sollten. Später begann ich – zunächst unter enormer Anspannung – mit dem Kompass die Richtungen zu bestimmen und eigene Steinkreise nach dem Wissen einer anderen Tradition zu legen. Langsam begann ich, das Mysterium eines Steinkreises zu verstehen und es nach und nach als völlig selbstverständlich zu empfinden, um dann wieder zu begreifen, dass es in unserer intellektuell funktionierenden Welt ein völlig unerklärbares Phänomen darstellt. Das Geschenk, das mir diesen Entwicklungssprung möglich machte, war das Wissen um den Sternenmädchenkreis und seine Anwendung für persönliche Zeremonien. Nun weiß ich, dass die Steine lediglich die Kraft für uns halten, entscheidend ist jedoch das Wissen um den Einsatz und die Funktionsweise dieser Kräfte, also der Schlüssel.

Das Medizinrad als Mittler zwischen den Welten

Der Steinkreis oder wie wir in der indianischen Tradition sagen, das aus Steinen gebaute Medizinrad hilft uns, die Lehren der Medizinräder für uns zum Leben zu erwecken. Das Medizinrad bleibt so nicht ein bloßes theoretisches Konstrukt, sondern wird in seinen Auswirkungen auf das eigene Leben in persönlichen Zeremonien erfahrbar. Zeremonien, in denen wir in unserem Medizinrad im Zentrum der eigenen Erfahrung stehen, anstatt der neutrale außenstehende Beobachter an einem vielleicht mystisch anmutendem Ort zu bleiben. Wir haben unseren Platz auf der Erde und wir haben durch unsere Geburt damit auch unseren natürlichen Sitzplatz in einer der Richtungen dieses Medizinrades, der unsere Sicht der Dinge und das Resultat unserer Handlungen bedingt. Das Medizinrad spiegelt in seiner besonderen Alchemie für uns alle Kräfte des Universums und wird so der Schlüssel unserer Beziehung zur Welt. Die Steine des Medizinrades, die unseren Raum im Außen begrenzen, finden ihren Spiegel in den beweglichen Energiekörpern unserer Aura: den Schilden als Trägern unserer z.B. emotionalen und mentalen Aspekte und den sie antreibenden unsterblichen Tänzern. So wird die Trennung zwischen der Welt, die uns umgibt und unserer Innenwelt durch das Medizinrad überwunden und als bloße Illusion entlarvt.

Der Schlüssel, der von den Sternen kam

Das Medizinrad mit acht Richtungen, das uns die grundlegenden Qualitäten der Richtungen für unsere Weiterentwicklung lehrt und das das Verständnis zu allen anderen Rädern dieser Schule erschließt, wird der Sternenmädchenkreis genannt.
Durch bloßes Absitzen einer jeder der acht Richtungen in einem richtig gebauten Medizinrad können wir unsere hellen und dunklen Seiten beim Umgang mit den ganz unterschiedlichen Richtungsqualitäten des Sternenmädchenkreises wahrnehmen. Was zunächst absurd klingt, wird in einer Zeremonie als selbstverständlich erkannt: Dadurch, dass wir unseren Sitzplatz auf dem Rad ändern, ändert sich auch unsere Sicht der Dinge. Wir alle tanzen bewusst oder unbewusst ständig von anderen Richtungen des Rades ins Zentrum. Um zu lernen und uns selbst zu erkennen, wechseln wir alle vier Monate die Richtung, von der wir die Welt wahrnehmen und damit unseren kompletten Bezugsrahmen.
Jede der acht Richtungen ist Teil des Ganzen, das beschreibt, wie wir unsere Muster ins Leben bringen. Mit einer grundlegenden Handlungsstruktur, die in acht Stufen unterteilt werden kann, kamen wir auf diese Welt. Ausgehend von unserem Sitzplatz richten wir unseren Fokus auf eine Richtung der gegenüberliegenden Seite des Medizinrades. Durch die Informationsverarbei- tung ergibt sich unser Bezugsrahmen, unser interner Dialog, unsere Handlungen und deren Resultate. Falls wir für diese Zusammenhänge blind bleiben, sagen die Indianer, sind wir wie Füchse, die sich fortwährend selbst in den Schwanz beißen – unfähig, andere problemlösende Sichtweisen der Dinge und damit andere Sitzplätze am Rad einzunehmen.

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