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Die Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu treffen


Der alte Spruch „Jedes Ding hat seine Zeit“ gilt auch für unseren Körper und unsere Seele. Denn trotz der Freiheit von einengenden Ordnungsprinzipien, die der heutige Mensch für sich beansprucht, gibt es innere Regeln und Gesetze, die unser Handeln beeinflussen und leiten.

Wir können nicht alles zu jedem Zeitpunkt tun. Vor allem durch die autonomen Regeln unserer körperlichen, aber auch unserer seelischen Ordnung erfahren wir Begrenzung, aber auch sichernde Struktur: Wir werden müde, wenn weitere Leistung uns schaden würde, und nach Ruhephasen erwacht unsere Aktivität. Zumindest wenn wir gesund sind, gehen wir synchron mit unseren inneren und mit den Rhythmen der Umwelt.

„Willst du die Welt erkennen, schau in dich selbst, willst du dich erkennen, schau in die Welt“, formulierte sinngemäß Rudolf Steiner, um diesen Zusammenhang aufzuzeigen.

Die Erkenntnis, dass es ungünstig ist und krank macht, gegen natürliche äußere und innere Gesetzmäßigkeiten zu handeln und zu leben, wird sich zunehmend auch in unserer „Alles ist möglich“-Gesellschaft durchsetzen. Denn Gesundheit, Wohlbefinden, Wachstum und vermutlich auch das Fortbestehen hängen von Einpassung und Anpassung in und an unsere rhythmisch strukturierte Umwelt ab. Biologisches Leben und der Mensch sind Schwingung. Wir sind Teil größerer rhythmischer Zusammenhänge und spiegeln sie, wenn wir gesund sind, seelisch und körperlich wider.

Rhythmus gibt Kraft

Solange er lebt, ist der Mensch in der Lage, Rhythmen zu produzieren. Atemzug und Pulsschlag sind augenscheinliche Beispiele. Auch unser soziales Leben fußt auf regelhaften Strukturen. Periodische Feste und Feiern, sich wiederholende Ereignisse im Tages- und Jahreslauf, Familienrituale, aber auch die Arbeitswoche geben uns Orientierung, verbinden uns mit Vergangenem und Zukünftigem.
Rhythmus ist die Wiederholung von Ähnlichem, nicht von Gleichem. Damit können wir uns, wenn wir rhythmisch leben, verändern und doch unsere Identität wahren. Im Augenblick des rhythmischen Erlebens sind wir „heil“, jeden Moment anders, aber doch ganz wir selbst. „Rhythmus gibt Kraft“ ist eine alte orientalische Weisheit. Rhythmus ist ein Heilmittel, kann man ergänzen.

Rhythmusverlust bedeutet dagegen in der Regel Erkrankung oder Verschlechterung der Gesundheit. Sind auf Dauer unsere inneren mit den äußeren Abläufen nicht im Einklang, wie z. B. bei der Nachtarbeit, beim Jetlag, bei chaotischer Lebensführung mit unregelmäßigen Essens-, Schlaf- und Wachzeiten etc. erlischt die Lebenskraft. Bei den schweren Volkskrankheiten unserer Zeit (Krebs, Diabetes, Herzinfarkt) spielen innere rhythmische Störungen eine entscheidende Rolle. Auch psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen) sind mit gestörter innerer Periodik verbunden.

Für seine Gesundheit braucht der Mensch eine in die natürliche, irdisch-kosmische Ordnung eingebundene Zeitstruktur. Die Heilkraft der Rhythmen zu nutzen und das Leben dabei in rhythmischem Sinne zu verändern, wird deshalb in der Therapie und im Alltag eine zunehmende Bedeutung gewinnen.

Der eigenen Rhythmik Raum geben

Das Erspüren der eigenen inneren Rhythmik ist zunächst die eigentliche Aufgabe zur Gesundheitspflege und Gesunderhaltung. Es ergeben sich dabei ganz individuelle Eigenarten und Neigungen wie unterschiedliche Schlafenszeiten, Essgewohnheiten (z. B. großes Frühsück / kleines Frühstück, drei große Mahlzeiten am Tag oder sechs kleinere), unterschiedliche Leistungs- oder Konzentrationsfähigkeit u. a.

Diesen oft angeborenen, individuellen rhythmischen Unterschieden muss im täglichen Leben Raum gegeben werden. Aber auch die Fahndung nach unrhythmischer Lebensführung und ihre Korrektur ist wichtig und notwendig. Der Körper und die Seele brauchen und belohnen regelhafte Verhaltensweisen. Sie schützen vor Stress, erhöhen die Belastbarkeit und verhindern frühzeitiges Altern. Regelmäßige Mahlzeiten z. B. sind also durchaus sinnvoll. Sind allerdings Erkrankungen eingetreten, liegen meistens schon längere Zeit rhythmische Probleme vor. Wir bemerken Leistungsminderung und haben Schlafprobleme, Herzklopfen, können uns nicht konzentrieren, und auch andere periodische Funktionen sind gestört: Die Menstruation, die Verdauung und auch unser seelisches Leben. Die dadurch entstehenden Belastungen können bis zu organischer Veränderung gehen.

Der Aufbau einer fehlenden oder die Stärkung einer schwachen Eigenrhythmik ist dann die Aufgabe einer rhythmisch orientierten und arbeitenden Therapie. Außerdem muss das Leben umgestellt werden.

Rhythmus als Medizin

Voraussetzung dafür ist Schwingungsdiagnostik: Puls-, Atem-, Temperatur- und andere Körperrhythmen geben Auskunft über den Gesundheitszustand und die körperliche Verfassung. Auch eine bestimmte Erkrankung muss auf ihre speziellen rhythmischen Defizite hin analysiert werden. Erst dann wird als erster Schritt zur Wiedergesundung Rhythmus als Medizin gegeben: Pflanzen, die einen besonderen Bezug zum rhythmischen System des Menschen haben, aber auch rhythmische Bewegungs-, Farb-, Licht- und Tonfolgen, Chronoakupuktur (der richtige Punkt zur richtigen Zeit) oder rhythmisch aufbereitete Arzneimittel (Homöopathie). Dies zeigt physisch direkt fühlbare Wirkungen. Puls und Atem vertiefen sich recht schnell, und mit der Zeit dehnt sich die Leistungs-, Erholungs- und Gesundungskapazität des Körpers aus. Therapeutische Rhythmen sind ein Angebot an Körper und Seele zur Koordination und Synchronisation. Gut ausgewählt und zum rechten Zeitpunkt dargeboten, können sie labile Regulations- und Selbstheilungskräfte stärken. In der Natur gibt es Ähnliches, aber kostenlos, durch unsere natürlichen Außenrhythmen: den Wechsel von Licht und Dunkelheit im Tageslauf, von Wärme und Kälte im Jahreslauf, den Rhythmus des Mondes und der Sterne. Nutzen wir sie für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Bild oben: Mit Klopftechniken werden die Eigen- rhythmen der Körpermeridiane angeregt.

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