„Haben Sie heute schon Ihren Darm entleert?“ – Die meisten Menschen scheuen sich, offen und unverblümt über Ihren Darm zu sprechen. Dabei ist längst bekannt, dass der Darm kein Abfallrohr, sondern das Zentrum unserer Gesundheit und somit etwas ganz Besonderes ist.

von Carina Preuß

Jährlich nimmt der Durchschnittsmensch 1095 Mahlzeiten zu sich, und diese werden tagein, tagaus durch den 12 Meter langen Magen-Darm-Trakt geschleust. Die Nahrungsmittel werden in dieser ausgeklügelten Transformationsfabrik in Zellmaterial und Energie umgewandelt, beides Grundlagen des menschlichen Daseins. Und nur weil nebenbei als Abfallprodukt Kot entsteht und dem Darm ab und zu ein Flatus entweicht, geniert sich die ganze Gesellschaft, offen darüber zu sprechen, wie es ihm geht.

Verdauungsprobleme als Grundlage von Krankheit

Es heißt, dass circa ein Drittel der Menschen Verdauungsprobleme haben. Jeder Dritte in Ihrem Umkreis (oder Sie selbst?) schlägt sich also mit Blähungen, Verstopfungen, ständigen Durchfällen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Druckund Schweregefühl im Bauchraum herum. Manche entleeren ihren Darm nicht einmal täglich oder bewaffnen sich für ihr Geschäft mit Parfum, damit der nächste Örtchen-Besucher nicht rückwärts umfällt. Auch übermäßig starker Geruch ist ein Indiz dafür, dass der Darm definitiv nicht rundum happy ist. Laut Ayurveda beginnen die meisten Krankheiten (vor allem chronische) im Darm. Behandeln Sie Ihren Magen-Darm-Trakt nicht artgerecht, macht er Probleme, die sich auf Ihr aktuelles Wohlbefinden und langfristig auf Ihre gesamte Gesundheit auswirken. Hippokrates fasste es in seinem berühmten Satz zusammen: „Der Tod sitzt im Darm.“

Aber: Auch Ihr Glück sitzt im Darm

Längst ist bewiesen, was der Ayurveda schon Jahrtausende sagt: Selbst das Glücksempfinden findet nicht nur im Kopf statt, sondern hängt stark mit dem großen Verdauungsorgan zusammen. Nicht weniger als 95% des Glückshormons Serotonin und circa 50% des Neurotransmitters Dopamin werden dort hergestellt – vorausgesetzt natürlich, Sie haben gute Nahrungsmittel konsumiert und alle Darmfunktionen laufen reibungslos.

Im Ayurveda ist der Darm ein beliebtes Gesprächsthema

Genauso unbefangen, wie sich Eltern im Café über die Windelinhalte ihrer Babys unterhalten, bespricht auch ein Ayurveda-Mediziner mit Ihnen alle Facetten Ihrer Verdauung. Der holistische Ansatz erlaubt es den Experten genau zu verstehen, welche Zusammenhänge zwischen Ihrem Grundnaturell (Dosha-Konstitution), Ihrer Ernährungsweise das A und O, denn die Basis für ein gesundes Leben sind Ihre täglichen Routinen. Regelmäßige Ayurveda-Kuren helfen Ihnen zusätzlich, den Darm sowie auch den Rest Ihres Körpers tiefgreifend zu reinigen. Im Kontext bestimmter Krankheitsverläufe können ayurvedische Kräuterpräparate unterstützen, die jedoch nur in Absprache mit einem erfahrenen Ayurveda-Mediziner eingenommen werden sollten. Wenn Sie Ihren Darm pflegen, dann verhindern Sie nicht nur präventiv Krankheiten, sondern gewinnen auch an Vitalität, Energie, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit, Ausstrahlung, mentaler Balance und Glücksempfinden.

5 Tipps für einen gesunden Darm

1) Essen Sie nur mit Hunger, denn nur dann ist Ihr Magen bereit, ordentlich zu verdauen.
2) Trennen Sie die Nahrungs- und Getränke – aufnahme oder trinken Sie höchstens ein paar Schlücke warmes Wasser, sollte Ihre Mahlzeit relativ trocken sein. Danach ca 30- 60 Minuten warten, bis Sie wieder mit dem Trinken beginnen.
3) Wählen Sie Lebensmittel und Getränke mit so wenig künstlichen Zusatzstoffen wie möglich aus, denn sie irritieren den Darm.
4) Essen Sie nicht unter Zeitdruck oder Stress, das verlangsamt die Verdauungsrate.
5) Essen Sie Ihre Hauptmahlzeit mittags, dann hat Ihre Verdauung am meisten Kraft. Selbst wenn Sie nur einen Tipp umsetzen können, haben Sie schon etwas gewonnen!

Author: Oliver Bartsch

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