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Eine phantastische Diät, vier Kilo in zwei Wochen abgenommen. Und nach der dritten Woche 5 Kilo mehr auf der Waage. Sie kennen das, alle reden vom Jojo-Effekt. Sie wollen und können es schon nicht mehr hören. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Übergewicht.

Aber auch gesundheitliche Probleme, wie beispielsweise Migräne, Gelenkbeschwerden, rheumatische Erkrankungen und Fibromyalgie, eine Erkrankung, die sich unter anderem durch wechselnde Schmerzen im Bereich der Muskulatur bemerkbar macht, können mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit in Verbindung stehen, ebenso chronische Magen-Darmerkrankungen, das chronische Müdigkeitssyndrom sowie die Hauterkrankungen Neurodermitis und Schuppenflechte. Dass auch der Fettstoffwechsel vom Immunsystem beeinflusst wird, könnte sich für viele Diät-Serientäter als erfreuliche Botschaft erweisen und nicht nur das Gewichtsproblem lösen, sondern auch andere gesundheitliche Störungen verschwinden lassen.

Beschwerden erst nach Tagen

Bei einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit werden vom Immunsystem ganz spezifische Antikörper (Immunglobulin G) gegen Nahrungsmittel gebildet. Im Gegensatz zur klassischen Allergie (Immunglobulin E), die sich durch sofortige Reaktionen wie Juckreiz, Atemnot u.a. bemerkbar macht, treten Unverträglichkeits-Reaktionen auf Nahrungsmittel erst nach mehreren Stunden oder sogar Tagen auf. Diese zeitliche Verzögerung macht die Identifizierung der Ursache „Nahrungsmittel“ fast unmöglich. Daher werden Beschwerden nicht mit der Nahrungsaufnahme in Beziehung gebracht. Still und schleichend stört die Nahrungsmittel-Unverträglichkeit den Stoffwechsel des Körpers, weil sie nicht bewusst wahrgenommen wird und so oft ein Leben lang unerkannt bleibt.

Wie entsteht eine Unverträglichkeit?

Zwei zunächst unabhängig voneinander auftretende Komponenten treffen hier zusammen. Zum einen sind es einseitige Ernährungsgewohnheiten und Umwelteinflüsse, zum anderen ist es eine Fehlfunktion der Darmschleimhaut. Eine intakte Darmschleimhaut bildet die natürliche Barriere gegenüber Schadstoffen und Krankheitserregern. Handelt es sich dabei zum Beispiel um Bakterien oder Viren, ist die Bildung von Abwehrstoffen sogar erwünscht. Das Immunsystem bildet bei einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit nicht gegen das gesamte Nahrungsmittel Antikörper, sondern nur gegen ganz bestimmte Eiweiße und Eiweißverbindungen (Antigene). Durchdringen nun diese Eiweiße vermehrt die Schleimhautbarriere des Darms und gelangen fortwährend ins Blut, werden große Mengen Antikörper (IgG) produziert. Bei dem dann stattfindenden Abwehrprozess heften sich die Antikörper an die Antigene, um sie für spezielle weiße Blutkörperchen (Neutrophile) kenntlich zu machen. Diese nehmen die körperfremden Stoffe auf und machen sie unschädlich. Steigt die Zahl der Antigen-Antikörper-Komplexe im Blut dramatisch an, bewältigen die speziellen weißen Blutkörperchen ihre Aufgabe nicht mehr, sie lagern die Schadstoffe in Gelenken, Muskeln, Haut, Lunge und Arterien ab. Schmerz, Entzündung und Wassereinlagerung, somit auch Übergewicht, sind die Folgen. Bei der rheumatoiden Arthritis beispielsweise bilden die Neutrophile mehr als 90 Prozent der Zellen, die im Gelenk vorkommen.

Gewichtszunahme durch hohen Insulinspiegel

Die „Überbeschäftigung“ der Neutrophile hat die Freisetzung eines Botenstoffes (TNF-a) zur Folge, der die Wasserablagerung im Gewebe, den Energieverbrauch, die Fetteinlagerung und die Insulinresistenz beeinflusst. Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel, sorgt also dafür, dass der aus Kohlenhydraten gewonnene Zucker zur Energiegewinnung in die Zellen transportiert wird. Auf diese Weise werden auch die Fettzellen versorgt, wobei allerdings aus dem Zucker Fett gebildet wird. Das bedeutet: Ein hoher Insulinspiegel im Blut trägt wesentlich zur Neubildung von Fett und somit zur Gewichtszunahme bei. Ein Test auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten kann Ihre persönlichen „Übeltäter“ entlarven. Über eine aufwändige Blutanalyse, bei der 264 Nahrungsmittel, aber auch Konservierungs-, Farb- und Zusatzstoffe untersucht werden, gelingt es, unverträgliche Nahrungsmittel nachzuweisen. „Es gibt bestimmte Leute, die nicht ungestraft von ihrer gewohnten Ernährung abweichen. Wenn sie sie nur einen Tag lang oder einen Teil des Tages ändern, dann überfällt sie großes Ungemach (Hippokrates, 400 v.Chr.)“.

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