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Eine Petition zum Verbot von Fleisch als Nahrungsmittel… „Sind die Vegetarier jetzt völlig durchgeknallt?“, wird sich so mancher fragen – oder gibt es vielleicht tatsächlich gute Gründe, Fleisch zu verbieten?

Die Diskussion ums Fleischessen wird seit Jahren sowohl von Carnivoren, als auch von Vegetariern mit großer Leidenschaft geführt. Und auch wenn „militante“ Vegetarier, für die der nicht-Verzehr von Fleisch zu einer Art Ersatzreligion geworden ist, dazu neigen, ihren Mitmensch extrem auf die Nerven zu gehen, muss eines mal festgehalten werden: Sie haben verdammt nochmal recht!

Die weit verbreitete Meinung „das muss doch jeder selber wissen“, ist bei näherem Hinsehen nämlich unhaltbar: Der verheerende Effekt, den das Fleischessen auf den Planeten und das Ökosystem hat, muss nämlich von allen getragen werden. Und damit ist Fleischessen keine persönliche, sondern eine gesellschaftliche Frage. Warum also nicht das Fleischessen einfach verbieten?

Was zunächst wie eine Provokation oder völlig wahnsinnige Idee erscheint, wird etwas plausibler, wenn man bereit ist, sich die Fakten einmal näher anzusehen. Fleischverzicht ist keine Herzensentscheidung, sondern eine pragmatische Notwendigkeit, wenn uns irgendwas am Erhalt dieses Planeten liegt. Wenn aber die meisten Menschen diese Tatsache aufgrund von Realitätsverweigerung nicht akzeptieren mögen, ist es dann vielleicht tatsächlich Zeit für ein Verbot?

Fleisch ist Unsinn

Es gibt faktisch keinen einzigen guten Grund Fleisch zu essen (vom Geschmack mal abgesehen). Die Ansicht, das vegetarische oder vegane Ernährung zu irgendwelchen Mangelerscheinungen führen würde ist widerlegt, dafür ist aber ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch und den großen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes inzwischen durch Langzeitstudien bewiesen.

Und es gibt eine Vielzahl von sehr guten Gründen, auf Fleisch zu verzichten – keiner davon hat irgendwas mit Tierliebe zu tun. Schauen wir uns doch ein paar davon mal an.

Fleisch ist Verschwendung

Fleisch ist unlogisch. Aus 10 kg Getreide kann nur 1 kg Rindfleisch gewonnen werden, den Rest braucht das Rind für seine Lebenserhaltung. Wer sich über den Umweg von Fleisch ernährt, verbraucht also viel mehr Pflanzen, als bei der vegetarischen Lebensweise. Das gilt auch für die Eiweißbilanz: Würde man die als Futtermittel verwendeten Lebensmittel direkt verwenden, ließen sich auf der gleichen Fläche 5 – 10 mal mehr Menschen mit Eiweiß ernähren als bei Fleisch- und Milchwirtschaft. Tiere konsumieren nämlich weit mehr Protein als sie produzieren. Für jedes Kilogramm tierischen Proteins, das produziert wird, konsumieren Tiere im Durchschnitt fast 6 Kilogramm pflanzliches Protein in Form von Getreide und Grünfutter. Tierisches Protein kann vom Menschen aber nur etwa 1,4 mal besser verwertet werden als pflanzliches.

Fleisch ist das teuerste und ineffizienteste Nahrungsmittel, das man essen kann.

Fleisch ist Menschen-Mord

Schon heute sterben zahlreiche Menschen in den Entwicklungsländern, weil die dort produzierten Lebensmittel als Futtermittel für die Industrienationen verwendet werden. Harvard-Ernährungswissenschaftler Jean Mayer schätzt, dass durch eine Reduktion der Fleischproduktion um 10%, soviel weniger Getreide produziert werden könnte, wie zur Versorgung von 60 Millionen Menschen notwendig ist.

Fleisch trinkt Wasser

Auch wenn es uns in einem Land, in dem Wasser noch immer aus der Leitung kommt nicht bewusst ist: Sauberes Trinkwasser ist ein knappes Gut. Viele Forscher warnen schon jetzt, dass Wasser das nächste Gold und Öl ist und künftige Kriege sich vor allem um Trinkwasser drehen könnten.

Ein Kilo Fleisch zu produzieren verbraucht 15.000 Liter Wasser – ein Kilo Getreide benötigt gerade mal 1.000 Liter. Fleischesser verbrauchen durchschnittlich 5.000 Liter Wasser pro Tag mit ihrer gesamten Ernährung, Vegetarier etwa 2.000 Liter. Nur um die Auswirkungen mal plastisch zu machen: In China ist der durchschnittliche Fleischkonsum seit 1985 von 20 kg pro Jahr auf 50 kg pro Jahr angestiegen. Der dadurch verursachte Mehrverbrauch an Wasser beträgt 390 Trillionen Liter Wasser – das ist fast soviel wie ganz Europa zusammengenommen an Wasser verbraucht.

Man spart also mehr Wasser, indem man ein 500 Gramm Steak nicht isst, als dadurch, ein ganzes Jahr nicht zu duschen.

Außerdem belastet die Gülle das Grundwasser massiv mit Nitrat und macht es langfristig ungenießbar.

Fleisch frisst Boden und Regenwald

Nutztierhaltung nimmt 30% der gesamten Landoberfläche der Erde in Anspruch – einschließlich der für den Anbau von Futtermitteln genutzten 33% des gesamten Ackerlandes. Landwirtschaftliche Tierhaltung führt zur Abholzung von Wäldern, um Platz für neues Weideland zu schaffen, und zu einer gravierenden, weit verbreiteten Verschlechterung des Bodens durch Überweidung, Verdichtung und Erosionen.

Der südamerikanische Regenwald, die „Lunge der Welt“, wird gerodet, um Anbauflächen für Futtermittel sowie Weideflächen zu schaffen. Dabei werden Gebiete abgeholzt, die um ein vielfaches größer sind als Deutschland. Der Wasserhaushalt, das Klima und der Kohlendioxidgehalt der Luft werden nachhaltig verändert. Zehntausende von Pflanzen- und Tierarten werden ausgelöscht.

Die Verdunstung von Ammoniak der riesigen Menge von Gülle aus der Massentierhaltung führt zur Bildung von Salpetersäure, die neben Schwefeldioxid (Industrie) und Stickoxide (Kfz) wesentlich für das weltweite Waldsterben verantwortlich ist.

Fleisch und der Klimawandel

Ein Studie der UN-Ernährungs- und Agrarorganisation kam zu einem erstaunlichen Ergebnis: Landwirtschaftliche Tierhaltung verursacht mehr Treibhausgas-Emissionen als alle Autos, Flugzeuge, LKWs und Schiffe der Welt zusammengenommen.

Tierhaltung ist dabei nicht nur in Sachen CO2-Ausstoß ganz vorne mit dabei. Viehzucht ist für 65% der weltweiten Stickoxidemissionen (NO ist 296-mal so schädlich wie CO2), 37% der Gesamtmethanproduktion (23-mal schädlicher als CO2) und 64% der gesamten Ammoniakproduktion verantwortlich, die sauren Regen und Nitrat im Grundwasser verursacht. Zusammen bewirken diese Gase den Treibhauseffekt, der zur globalen Erwärmung führt, die das Ökosystem Erde in noch nie dagewesenem Ausmaß bedroht.

Die Ergebnisse der FAO wurden von zahlreichen Universitäten und Institutionen bestätigt.

Ein Verbot als Lösung?

Angesichts dieser Fakten sieht ein Verbot von Fleischverzehr gar nicht mehr so verrückt aus – Wenn eine Sache keinen positiven Nutzen hat, aber im Gegenteil verheerende Folgen, ist ein Verbot gar nicht mehr so abwegig. Warum zum Beispiel ist Heroin verboten und Fleisch erlaubt? Auch wenn dieser Vergleich vielleicht etwas hinkt.

Es muss aber ja auch nicht gleich ein Verbot sein: Eine Steuer wäre aber das mindeste. Denn die negativen Auswirkungen der Massentierhaltung werden auf die Gesellschaft als ganzes umgesetzt – das ist gesellschaftlich subventionierter Wahnsinn. Durch eine Fleischsteuer könnte Fleisch immerhin so teuer gemacht werden, dass auch hartnäckige Fleischfresser ihren Verbrauch wieder auf den Sonntagbraten zurückfahren – und die Fleischproduktion so unwirtschaftlich würde, wie sie in Wirklichkeit schon lange ist.

Quellen

goveg.com
provieh.de
vebu.de
vegan.at
vegetarismus.ch

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12 Responses

  1. Roland
    Wer braucht schon Zahlen, Daten, Fakten?

    „Nutztierhaltung nimmt 30% der gesamten Landoberfläche der Erde in Anspruch…“. Eigentlich hätte ich an der Stelle aufhören sollen zu lesen. Das ist bereits mehr als die gesamte landwirtschaftlich nutzbare Fläche auf unseren Planeten. Wer mit solchen Zahlen argumentiert (die anderen ebenso wie die „Fakten“ sind nicht besser) muss sich nicht wundern, nicht erst genommen zu werden.

    Antworten
  2. Tobias Claren
    Es wird schon an echtem Fleisch "ohne Tiere drumherum" geforscht...

    Wenn in der Ersten Wetl weniger Getreide aufgrund nichtverzehr von Fleisch gebraucht würde, würde halt weniger produziert.
    Also nicht in die Dritte Welt exportiert/verschenkt.

    Und beim Wasser ist es so, Wasser sparen bringt in Regionen wie Deutschland etc. nichts, es gibt hier genug.
    Und solange man keine Pipelines für Wasser über die ganze Erde zeht, hat kein durstender Mensch in der Dritten Welt etc. etwas davon hier Wasser zu sparen.

    Die Folge ist eher, dass die Abwasserrohre vergammeln, und daher reglmäßig mit hohem Wasserdruck gereingt wird. Weshalb auch der Wasserpreis steigt.

    Wie lange gibt es schon Fleischkonsum des Menschen bzw. in gestiegenem Maße?
    Und wie lange werden dafür noch Tiere getötet werden, enn man so weiter macht wie jetzt?
    Evtl. 20-35 Jahre, wenn Fleisch ohne das Tier drumherum in Fabriken hergestellt werden kann.
    Die Gleiche Technik mit der man in Zukunft Ersatzorgane wachseln lassen will.
    Aber ein Stück Muskelfleisch ohne besondere Vorgabe könnte evtl. schon früher möglich sein, als ein komplexes Organ bestimmter Form und Größe.

    Wenn es die ehtischen Argumente sind, die einen Vegetarier oder Veganer dazu bringen kein Fleisch zu essen, sollte dieser ja kein Probloem damit haben „Fleisch aus dem Labor“ zu essen.
    Kein Tier muss dafür sterben (in xx Jahren), kein Nervensystem, kein Gehirn entstand und wurde (nicht) getötet.

    Und was ist (heute) mit Insekten?
    Ein Bewusstsein ist sicher ausgeschlossen, und für echten „Schmerz“ ist dies eigentlich Vorraussetzung.
    Auch wenn es bei den Tieren eine Art „schlechtes Signal“ gibt, ob man das mit dem „Schmerz“ eines höheren Lebewesen vergleichen kann…..

    Man muss ja nicht gleich Mehlwürmer pur verkaufen.
    Verarbeitet zu einem Kunstfleisch etc. wäre die Akzeptanz auch größer.

    Bis zu einem echten „Laborfleisch“ könnte man ja Fleischersatz subentionieren, dass es billigr ist als Fleisch.
    Aber ich meine nicht „Tofu“, sondern modernen Fleischersatz, z.B. aus Süßlupine, inkl. einer entsprechenden Faserstruktur.
    Spitzen-Sterneköche konnten entsprechendes Kunstfleisch schon zubereitet als Geschneteltes nicht von echtem Fleisch unterscheiden.
    Evtl. hat man sie auch nur bei Schummerlicht oder mit Augenbinde kosten lassen.
    Beim Steak etc. eher nicht möglich, gerade Medium.
    Bei Hackfleisch, z.B. Hamburger-Pattys, aber wieder denkbar.

    Schon in einem Stern (oder Spiegel?) aus den 50ern oder 60er wurde über Kunstmilch aus Rasenschnitt etc. berichtet.
    Alles was auch Kühe fressen würden.
    Warum nicht. Kann auch günstiger sein als Kuhmilch, wenn es im großen Maßstab produziert wird.

    Das Gleiche mit Eiern.
    Wenn der Ersatz genau so schmeckt, und verarbeitet werden kann (Eiweiß steif schlagen?), und es nicht teurer ist als ein 11-13-Cent-M/L-Ei…

    Ja, der Preis ist der Hebel…
    Und „Eiweiß“ und „Eigelb“ getrennt in Portionen, oder einer Flasche(Haltbarkeit?!), oder je nach Qualität Pulver, wenn kein Unterschied in Geschmack, Verarbeitung und Preis da ist…

    @ Jury

    Für die Behauptung mit dem gekochten Fleisch und dem Eiweiß, gibt es doch sicher Belege, oder?
    Aber bitte nicht auf einer Veggi/Eso-Seite (auf der auch „nettdumpf“ gegen Impfungen gehetzt, äh „informiert“ wird).
    Bohnen (Grüne Bohnen sowieso, sonst giftig) etc. kocht man auch, auch Eiweißquellen.

    Aber wenn es darum geht, isst man das Fleisch halt roh.
    Carpaccio, Mett(brötchen), Roher Schinken (nur geräuchert)…

    P.S. / „Trivia“:
    Ein großer Schweine verarbeitender Betrieb hat auf Betreiben seines Chef, der nicht von der Leidfreiheit der herkömlichen Stickstoffbetäubung überzeugt war, die Helium-Methode entwickelt.
    Kein nach Luft schnappen etc. mehr. Helium ist natürlich selten und teuer, daher muss das System das Helium mehrfach nutzen.
    Es gibt sogar einen Punkt der auch die Hersteller überzeugen kann, das Fleisch ist zarter.
    Man kann neben dem geringeren Leid damit werben.

    Aktuell ist es übrigens verboten mit unterschiedlichen Fleischqualitäten zu werben.
    Wahrscheinlich auf Betreiben der Hersteller geringerer Qualitäten.
    Aber ähnlich wie die Bezeichnung „Bio“ nicht verboten ist, könnte der Hinweis auf eine Helium-Betäubung erlaubt sein…

    @ carl

    „unchristlich“… irrelevant…

    Abgesehen davon gibt es im Christentum keinerlei Fleischverzicht.
    maximal zur Fastenzeit.
    Abgesehen davon heißt es bei denen sogar noch „Macht Euch die Erde untertan“, Vers 28, Kapitel 1 der Genesis.
    Nicht dass mich das als Anti-Theisten beeinflussen würde, aber wenn jemand mit dem Christentum kommt.

    Da wäre eher der Hinduismus passend, der ist vegetarisch ausgerichtet.

    „Cellophan“. Wie alt sind Sie, „carl“, 80, 90…?
    Wird noch in „Cellophan“ verpackt 😉 .
    Nicht bös gemeint…

    Antworten
  3. Barbara

    Danke für den wichtigen Artikel, den ich erst jetzt entdeckt habe.
    Als glückliche und gesunde Vegetarierin (seit 15 Jahren), freue ich mich über jede Lektüre für die einzig richtige, gerechte und sinnvolle vegetarische/vegane Ernährung wie zuletzt „Peace Food“ (von Rüdiger Dahlke).
    Und ich schäme mich sogar für mein früheres unbewußtes Leben, in welchem ich 35 Jahre lang massakrierte, tierische Leichen in meinen Körper verschlungen habe. Damals vor 15 Jahren hat mir mein erstes vegetarische Buch „Warum ich Vegetarier bin. Prominente erzählen“ (von Kaplan) die Augen geöffnet und mich, meine Familie und sogar meinen Hund von Leichenkonsum befreit.
    Wir müssen dankbar sein, dass sich immer viele Schriftsteller und Denker für die vegetarische Ernährung eingesetzt haben, aber wenn uns diese Worte nichts bedeuten, dann kann uns nur ein gesetzliches Fleischverbot retten.

    Albert Einstein: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.“

    Albert Schweitzer: „Ethik besteht darin, mich verpflichtet zu fühlen, allem Lebenden die gleiche Ehrfurcht entgegenzubringen, wie dem eigenen Leben. (…) Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum Menschen macht.“

    Leo Tolstoi: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.“

    Paul McCartney: „Man darf nicht essen, was ein Gesicht hat.“

    Thomas Alva Edison: „Ich bin Vegetarier und Antialkohliker, weil ich so besseren Gebrauch von meinem Gehirn machen kann.“

    George Bernard Shaw: „Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.“

    Wilhelm Busch: „Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jeder Fleischgenuss als Kanibalismus gilt.“

    Voltaire: „Kann es denn etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren? Und dennoch finde ich unter uns keinen Sittenlehrer, keinen unter unseren geschwätzigen Predigern, selbst keinen unter unseren scheinheiligen Muckern, der den geringsten Einwand erhöbe gegen diese schändliche, uns zur Natur gewordene Gewohnheit!“

    Romain Rolland: „Die Grausamkeit gegen Tiere und auch die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist nach meiner Ansicht eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenen Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?“

    Isaac Bashevis Singer: „Wo es um Tiere geht wird jeder zum Nazi; für die Tiere ist jeden Tag Treblinka. Vegetarier zu sein bedeutet Widerspruch -Widerspruch gegen den heutigen Zustand der Welt: Hunger, Grausamkeit, Verschwendung, Krieg. Dagegen müssen wir etwas unternehmen, ein Zeichen setzen. Meine Antwort heißt: Vegetarismus.“

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  4. Henning

    Meine Meinung: Ökologische und soziologische Folgen scheinen immer dann besonders stark zu sein, wenn bestimmte Handlungsweisen/ Handlungsmaxime der Menscheit unausgewogen bevorzugt werden.
    Die ökologischen Folgen eines Fleischverbotes wären genauso unvorhersehbar wie die aktuelle Umstellung auf sogenannte „regenerative“ Energiegewinnung.
    In Wahrheit regeneriert so ziemlich Alles was wir auf diesem Planeten nutzen (nach heutigem Erkenntnisstand; mit wenigen Ausnahmen). Es geht vielmehr um die Dauer dieser Regeneration.
    Ein Acker wird bei einseitiger Nutzung unfruchtbar. Eine wechselhaft, auch mit Tieren, bewirtschaftete Fläche wird sich auf lange Sicht am besten erhalten (ständig regenerieren). Gülle auf die Felder zu bringen und das dort Wachsende den Tieren zu fresse zu geben ist in dem Sinne (im menschlich technokratische abstrakten Sinn) naturlich eine quasi Beweidung.

    Das der Fleischkonsum unausgewogen groß ist, sehe ich auch so.
    Eine Reglementierung über eine „Fleischsteuer“ würde ich auch gut finden, wenn ich nicht grundsätzlich für ein einfacheres Steuersystem (also weniger unterschiedliche Steuern, denn wenn man mit soetwas schon anfängt dann haben wir hier in 20 Jahren eine noch Xmal bürokratischere Landwirtschaft: z.B. biorind 12%; ökoschaf 9,5%; konventionelles Schwein 8%; usw. usw.)
    Es ist schon notwendig, daß andere Mittel gefunden werden, um die Menschheit zu erziehen. Dabei sollte man grundsätzlich bei sich selbst anfangen. (wenn sich das bei uns als sehr positiv herausstellen würde, dann machen die „Chinesen“ das schon von ganz allein.)
    Insofern schließ ich mich meinem Vorredner an. Ich habe das Gefühl die Landwirtschaft ist in Deutschland schon auf einem guten ausgewogenen Kurs. Die Erde wird noch lange nach der Menschheit existieren, und mit ihr auch Fauna und Flora. Save the Planet bedeutet deshalb immer nur Save the People.
    Außerdem, daß der Hunger in der Welt durch Fleischverzicht zu beheben wäre ist großer Quatsch. Das so viele Menschen auf diesem Planeten hungern und dursten hat ganz andere (meist politische) Gründe.
    Solche haltlosen polemischen Argumente gegen Fleischkonsum führen leider überhaupt nicht zum bewusteren Verzehr von Fleisch.

    LG Henning

    Antworten
  5. F.Ã

    Meine Meinung ist , dass Fleisch essen im Normalfall überflüssig ist . Maximal Sportler oder Kranke könnten tatsächlich durch gewissen Gründen in Maßen Fleisch benötigen .
    Ich selber esse seit 5 Monaten kein Fleisch mehr , dafür mehr Obst , Gemüse , Brot und weiterhin Eier und Milch , alles aber BIO !!!
    Mein urteil : Mir geht es besser !
    Gesundes gemischtes Essen gibt mehr Energie und Kraft , als ein zerkochtes konventionelles Stück Fleisch .
    Fleisch , und wenn , dann nur Bio-Fleisch , sollte meier Meinung nach unbedingt eine Delikatesse werden , wie Kavier o.ä. .
    Fleisch ist etwas besonderes , aber nicht unbedingt notweniges .

    Allerdings muss ich lachen , wenn ich die Veganer hier lese …
    Ich denke nicht , dass es einer Bio-kuh oder einem Bio-Huhn etwas ausmacht , wenn es biologisch , dass heißt auch artgerecht behandelt wird und das lediglich für Eier und Milch . Schließlich gibt es die Tiere nur dank des Menschens in der Form und schließlich denken und fühlen Tiere ganz anders !
    ich verstehe einfach nicht , wie man dabei mit einem ethischem VErstoß gegenüber des Tieres kommen kann ….
    Liebe Veganer , den ethischen Verstoß kann ich nur bei konventioneller Tierhaltung!!!! allgm , als auch bei der Tierhaltung für Fleisch (besonders in der Masse) befürworten ,
    jedoch lache ich , wenn jm mir klar machen möchte , dass man bei den Tieren ethischen und moralisch verstößt , wenn man lediglich ihre Milch und Eier entnimmt … Tiere fressen sich gegenseitig !!! Die Natur ist sehr grausam unter sich , wo ist das das Problem , wenn der nachdenkene Mensch lediglich noch Milch und Eier isst ?
    Natürlich rede ich von Bio-Eiern und Bio-Milch !
    Ich denke dazu sollte man die bio-Kuh oder das Bio-Huhn real gesehen haben , ich glaube nicht , dass die böse auf uns sind , wenn wir nur Eier und Milch von ihnen gewinnen !
    Zudem : Wir mögen kein Fleisch benötigen , aber die Natur will es nunmal so , dass unser Körper gänzlich ohne Tierprodukte dauerhaft mangelerscheinungen bekommt und wir vlt nur noch halb so alt werden .
    Wollen wir nun gleich soweit gehen ?

    ich bin überzeugter Vegetarier , aber Vegan … Ich denke das ist genauso unnatürlich , wie die Fleischfresserei *würg*

    Antworten
  6. veganerkeks

    „Und es gibt eine Vielzahl von sehr guten Gründen, auf Fleisch zu verzichten – keiner davon hat irgendwas mit Tierliebe zu tun. Schauen wir uns doch ein paar davon mal an.“

    also das kann ich so nicht unterschreiben. selbstverständlich hat der nicht-tierkonsum nicht zwangsläufig was mit tierliebe zu tun (ich liebe auch nur sehr wenige menschen, trotzdem kommt mir nicht in den sinn, die übrigens menschen deshalb essen zu wollen…), aber der satz impliziert, dass ethische argumente keine guten gründe seien! der ethische aspekt ist schließlich der wichtigste, denn warum sollten menschen KOMPLETT auf die ausbeutung von tieren verzichten? wenn ich mir vor augen halte, tierkonsum ist schädlich (ich bin veganerin, nicht veggie, deswegen meine ich immer die tierhaltung an sich – tierhaltung wird schließlich nicht besser, nur weil für uns milch und eier dabei herausspringen…), dann muss es aus gesundheitlicher, ökologischer und ökonomischer perspektive trotzdem nicht zwingend sein, komplett darauf zu verzichten. natürlich ist kein tierkonsum besser als ein bisschen tierkonsum. aber lediglich aus ethischer perspektive wird es ZWINGEND IMMER den tierkonsum abzulehnen, da auch für den kleinsten tropfen tiermilch, das kleinste stückchen tierleiche ein individuum seiner (bzw ihrer) freiheit, selbstbestimmung und letzlich seines_ihres lebens beraubt werden musste.

    Antworten
  7. Jury

    Bin erstaunt dass es immer noch Menschen gibt die nicht wissen dass gekochtes Fleisch kein Eiweisslieferant ist, da es durchs kochen denaturiert wurde und somit enzymatisch inaktiv und dadurch wie alles was gekocht wird tod ist. Was mich noch vielmehr erstaunt ist die Ignoranz gegenüber der Gewalt und Grausamkeit die lebenden Tieren angetan wird. Es gibt kein biologisches Töten. Tiere haben im unterschied zu Pflanzen ein Nervensystem. Dadurch haben sie eine individuelle Wahrnehmung und empfinden Schmerz und Pein. Aber wie gesagt, wer das Schwert zieht, wird durch das Schwert umkommen….

    Gruss an nettdumpfe Leute die Kommentare schreiben und keine Ahnung haben…

    jury

    Antworten
  8. carl

    Fleischverbot.info hat Supermarktketten angeschrieben und diese gebeten, vor blutigen Leichenteilen in der Fleisch- und Fischtheke sowie in der Fleisch-Tiefkühlkostabteilung einen Sicht- und Geruchschutz zu errichten.

    Das Ausstellen von Fleisch-Leichenteilen ist unzivilisiert, unchristlich und fügt sensiblen Menschen erheblichen Schaden zu.

    Dieser Sichtschutz soll Kinder, Jugendliche unter 18 Jahren, sowie Vegetarier und Veganer vor dem Anblick von Tierleichen und Blut schützen, vor Bildern und Tathergängen, die mit Gewalt verbunden sind.

    Jedes Jahr werden Milliarden Tiere ihres Fleisches wegen umgebracht, am Fließband kopfüber an Haken aufgehängt, mit Bolzenschuss oder Gas getötet; teilweise verbluten diese Tiere bei unvollständiger Betäubung, wenn die Arbeiter im Akkord arbeiten, bereits bei der Zucht und beim Transport werden sie gequält und misshandelt. Ihr Leben und Tod ist eine einzige Tortur und ihre Leichenteile werden dann in Cellophan verpackt im Supermarkt ausgestellt. Hinzu kommen unzählige Millionen Tonnen Fisch, die grausam ersticken oder lebend ausgenommen werden.

    „Diese Misshandlung von Tieren ist Gewalt und wir möchten Kinder und Kunden vor dieser Gewaltverherrlichung schützen“, findet fleischverbot.info

    Fleischprodukte müssen in einen abgelegenen, isolierten Teil des Supermarktes verlegt werden, weit weg von farbigen, gesunden und frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte“.

    Nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch mitfühlende Erwachsene, die darauf verzichten Fleisch zu essen, sind oft sehr betroffen wenn sie in Supermärkten an der Fleisch- oder Fischtheke vorbeilaufen. Der Gestank ist oft kaum auszuhalten. Dort werden sie z. B. mit dem Anblick eines gehäuteten Hasen konfrontiert, ein Tier, das bei so manchem Kunden zu Hause im Garten herumhüpft. Auch vor Schweineköpfen, Spanferkel, Rinderohren, Schnecken, geköpften Vögeln, Schweinefüßen, Garnelen, Hummer und Fischen, die mit traurigen, starren Augen und geöffnetem Mund an die Decke starren, werden die Kunden nicht verschont. „Viele Eltern mussten hier schon neugierige, unangenehme Fragen beantworten und sogar lügen, wenn sie ihre Kinder vor der Wahrheit über die vorausgegangene Gewalt des Schlachtens schützen möchten. Selbst dem Geruch von Blut und Tod kann der Kunde nur schwer entkommen“, findet fleischverbot.info

    Wenn Nichtraucher in Supermärkten vor Zigarettenrauch geschützt werden, müssen die Menschen erst recht vor dem Anblick und dem Geruch von Leichenteilen geschützt werden.

    Der Trend weg vom Fleisch zu Alternativen ist schon in vollem Gange und wird stärker werden. Stylen Sie Ihren Supermarkt zu einem bahnbrechenden und informativen Treffpunkt eines nachhaltigen Lebensstils um.

    Antworten
  9. Werner Partner

    Schade!

    Alle Argumente sind richtig, aber in dieser Form wird diese Petition nur müdes Lächeln produzieren und keine Chance haben. Damit ist auch eine Chance vertan, ein venünftiges Verhältnis zu Fleisch zu entwickeln.

    Mir scheint ein adneres Vorgehen wichtiger:
    1. Ein Gebot, Fleisch nur noch über artgerechte Haltung und im Zusammenhang mit biologischem Anbau herzustellen.

    2. Fleisch dadurch und möglicherweise auch über zusätzliche Steuern (wie z.B. beim Alkohol) zu verteuern und zu verknappen.

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Genuss von Fleisch, aber Fleisch sollte eine Besonderheit sein, ein Eiweißlieferant, der nicht alltäglich zur verfügung steht.

    Werner

    Antworten
  10. David

    Hallo Tony,

    die Aktion zielt wohl kaum ernsthaft auf ein Verbot ab – das wäre ja auch gar nicht durchzusetzen. Es geht darum ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was Fleischkonsum für den Planeten bedeutet. Im übrigen würde Fleischverzicht gerade den „people“ zu Gute kommen – sowohl gesundheitlich als auch ökonomisch. Es verhungern tausende Menschen wegen des Fleischkonsums der Industrienationen.

    Was die ökonomischen Folgen angeht: Fleischessen hat verheerende ökonomische Folgen – und wir oder unsere Kinder sind diejenigen, die das indirekt bezahlen. Würden sie direkt auf den Fleischpreis aufgeschlagen, würde sich niemand mehr Fleisch leisten. Eine Umstellung auf Pflanzen kann in der Bilanz nur positiv ausfallen.

    Gruß
    der Autor

    Antworten
  11. tony

    seriously! 😉 Bei aller Liebe zum Planeten: Schon mal die ökonomischen Folgen bedacht? Ein Vieh-Bauer kann nicht ohne grossen Aufwand auf Mais und Rüben umstellen. Wer soll das denn zahlen? Die verteufelte Gülle ist der natürlichste und günstigste Dünger den es gibt für all das Getreide, der dann gedeiht.

    Die Chinesen werden sich im übrigen tot lachen, wenn die von diesem Vorstoss hören. Selbst die Inder und das sind 90% Vegetarier. 😉 Wieso sollten sie jetzt verzichten wollen? Wegen dem schlechten Gewissen der alten Industriestaaten?

    Vielleicht ein bisschen mehr „save the people“ als „save the planet“. Weil der letztere wird noch lange nach uns da sein.

    cheers, tony

    http:movies.antony.ch

    Antworten

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