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Warum Konzerne keinen Artenschutz genießen – am Beispiel ESSO – ExxonMobil


Es ist kaum zu glauben. Einstmals erzkonservative Positionen färben sich grün und umweltbewusst. Politiker und Unternehmer treibt die große Sorge um, der Planet könnte durch den Klimawandel dauerhaft Schaden nehmen, mit verherenden Folgen für die Lebensgrundlagen des Menschen. Nun geht das schlechte Gewissen um. Bislang war in den Vorstandsetagen der Konzerne die Verleugnung der sich verschlechternden Umweltsituation an der Tagesordnung, statt Klimaschutz als Teil der Unternehmenskultur festzuschreiben. Nun beginnt es zum guten Ton zu gehören, sich in aller Öffentlichkeit als Klimasünder, als Teil des Problems zu outen. Diese Entwicklung scheint einen Konzern bislang wenig zu beeindrucken. ExxonMobil ( ESSO ), eines der größten und profitabelsten Unternehmen der Welt.

Der schockierende Weltklimabericht der Uno war noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt, da hatte das vom Ölkonzern ExxonMobil gesponserte US-Institut American Enterprise Institute (AEI) angekündigt, 10.000 Dollar (rund 7700 Euro) als Belohnung für all jene Forscher auszuloben, welche die Studie widerlegen und den Schlussfolgerungen des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) entgegentreten. So berichtet die englische Zeitung „Guardian“. Das AEI gehört zu den einflussreichsten Think Tanks der Neokonservativen in den USA und hat schon eine Schlüsselrolle im Irak-Krieg gespielt – zuletzt auch mit dem Vorschlag, die US-Truppen aufzustocken. Nach dem Zeitungsbericht soll ExxonMobil mehr als 1,6 Millionen Dollar an das AEI gezahlt haben. Dem Institut werden enge Verbindungen zu US-Präsident George W. Bush nachgesagt. Mehr als 20 der Angestellten hätten früher als Berater der Bush-Regierung gearbeitet, so der „Guardian“.

Ben Stewart von der Umweltschutz-organisation Greenpeace kritisierte das von ExxonMobil finanzierte Institut heftig: „Die AEI ist mehr als eine Denkfabrik, sie fungiert wie eine intellektuelle Cosa Nostra der Bush-Regierung.“ Sie sei der Stellvertreter des Weißen Hauses in Sachen Klimawandelleugnung. „Sie haben wissenschaftlich und moralisch gesehen verloren“, sagte Stewart dem „Guardian“. „Alles, was sie haben, ist ein Koffer voller Geld.“

Große US-Konzerne wie ExxonMobil pflegen eine ganz eigene Sicht auf die Welt, wenn es um die Wahrung ihrer finanziellen Interessen geht. Zahllose Stimmen in der amerikanischen Politik und in US-Medien vermitteln immer noch das Bild, dass der menschliche Beitrag am weltweiten Temperaturanstieg zumindest umstritten ist. Das ist kein Zufall. Die „Union of Concerned Scientists“ (UCS), ein renommierter Wissenschaftsverband mit 200.000 Mitgliedern in den USA, konnte nachweisen, dass ExxonMobil über Jahre mit einer ausgeklügelten Strategie und 16 Mio. $ dafür gesorgt hat, dass wissenschaftliche Erkenntnisse verschleiert, Politiker, Medien und die Öffentlichkeit manipuliert und Maßnahmen zur Eindämmung von Emissionen verhindert wurden, während andere Ölfirmen wie Shell, Texaco und BP bereits Konsequenzen zogen und ihre Haltung zum Klimawandel änderten, Millionen in die Erforschung neuer Energiequellen investierten und Programme zur Eindämmung von Klimagasen auflegten. Wen wundert es, dass der ehemalige Exxon-Boss Lee Raymond einmal von der „New York Times“ als „Feind des Planeten“ bezeichnet wurde. Und auch sonst scheint der Konzern kein Problem damit zu haben, sich den Rest der Welt zum Feind zu machen. So verbirgt sich unter dem New Yorker Arbeiterviertel Brooklyn die größte Umweltkatastrophe der USA: Mehr als 65 Millionen Liter Öl verseuchen den Grund. Schuld ist der Ölmulti ExxonMobil, der hier früher eine Raffinerie betrieb. New York hat eine Umweltstudie eingeleitet, nachdem gütliche Verhandlungen mit dem Konzern gescheitert waren. Das Justizministerium erwägt Klage.

Es kommt noch besser! So weigert sich ExxonMobil trotz Verurteilung, auch 17 Jahre nach dem Tankerunglück der „Exxon Valdez“ in Alaska, Schadenersatzzahlungen zu leisten. Der Rechtsstreit ist bereits einer der längsten der amerikanischen Justizgeschichte. In einem ersten Prozess hatte ein Gericht in Anchorage Exxon zu 5 Mrd. $ Entschädigung verurteilt, diese jedoch im Lauf der Jahre auf 2,5 Mrd. $ halbiert. Die „Exxon Valdez“ war am 23. März 1989 im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen, weil der Kapitän betrunken in seiner Koje lag und der zweite Offizier das Seegebiet nicht kannte. Aus den Tanks traten 41 Millionen Liter Öl aus und verschmutzten die Küste auf einer Länge von 2000 Kilometern. 250.000 Seevögel und Meerestiere starben. Viele der Fischer verloren damals ihre Lebensgrundlage.

 

Kein Geld fliesst mehr für Leugner des Klimawandels. Wenn Sie der Meinung sind, dass sich ExxonMobil / ESSO ändern muss, dann:
– kaufen Sie keine ESSO Produkte
– investieren Sie nicht in ESSO
– arbeiten Sie nicht für ESSO
– und überzeugen Sie Ihren Verwandten- und Bekanntenkreis, warum dieser Planet und seine Bewohner/innen es verdient haben, vor ESSO geschützt zu werden.

 

„Ein Feind des Planeten“

Die „New York Times“ über den ehemaligen Exxon-Boss Lee Raymond

 

Exxon in Zahlen:

Mit einem astronomischen Gewinn von 39,5 Mrd. $ hat Exxon Mobil einen Rekord aufgestellt: Das sind ca. 108 Mio. $ pro Tag. So viel wie der Ölkonzern 2006 hat ein Unternehmen noch nie in einem Jahr verdient. Der Umsatz des größten Mineralölkonzerns der Welt erreichte im Jahr 2006 die Marke von 377,64 Mrd. $

Exxon Mobil betreibt 45 Raffinerien und verkauft an 42,000 Tankstellen in mehr als 100 Ländern unter dem Namen Exxon, Esso und Mobil seinen Sprit.

ExxonMobil ist allein für rund fünf Prozent des Ausstosses an klimaschädlichen Gasen verantwortlich. Seit seiner Gründung durch Standard Oil im Jahre 1882, hat der Konzern 20,3 Mrd. Tonnen CO2 durch den Verkauf seiner Produkte in die Atmosphäre entlassen.

ExxonMobil erhält für seine Firmenpolitik die negativsten Bewertungen in Hinblick auf:
– Einhaltung der Menschenrechte.
– Rechte der Arbeiter
– Ethische Unternehmensführung
– Politische Einflussnahme
– Umweltschutz
– Fairer Handel

www.knowmore.org

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