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Was ist Erleuchtung? Es hängt davon ab, wen man fragt. Daniel Ingram mit dem Versuch, einen Überblick über die erstaunliche Menge von widersprüchlichen Modellen und Mythen um das Thema Erleuchtung zu geben.

 

Jede Beschreibung der Erleuchtung ist wahrscheinlich falsch

Wenn man sich mit Erleuchtung beschäftigt, ist die Versuchung groß, irgendetwas Festes definieren zu wollen, einen Zustand oder eine Qualität des Seins, und sich dann auf dieses Ideal zu fixieren, statt einfach die Praktiken auszuführen, welche wirklich in die Freiheit führen. Es ist absolut garantiert, dass alles, was man sich als Erleuchtung vorstellen oder definieren kann, nur eine begrenzte und falsche Ansicht ist – aber solche Ansichten sind eben trotzdem extrem verlockend.

Meine persönliche Arbeitshypothese lautet, dass Erleuchtung mich in keiner Weise zu einem besseren Menschen macht, weder positive mentale Qualitäten noch Zustände von Glück oder Frieden produziert, und mir keine zusätzliche Klarheit darüber verschafft, wie ich mein normales Leben lebe. Ich habe mit anderen Ansichten experimentiert und festgestellt, dass sie fast immer meiner spirituellen Praxis in die Quere kommen. Ein Konzept wird einem so leicht heilig, und dann ist die Versuchung groß, nicht mehr die Empfindungen zu untersuchen, aus denen sich die Gedanken über diese Sichtweise zusammensetzen, sondern das Ideal zu imitieren, das in diesem Konzept ausgedrückt ist.

 

Erleuchtung: Werbung für nichts

Ich merke, dass ich hier wohl keine Werbung für Erleuchtung mache. Wenn du großartige Werbung für Erleuchtung suchst: Es gibt es einen großen, stinkenden Berg da draußen, von dem du dich bedienen kannst, so dass ich kaum glaube, dass mein Versuch, das Ganze etwas auf die Erde zu bringen, einen schmerzhaften Mangel an Glitzer im großen spirituellen Supermarkt verursachen wird.

Bill Hamilton hatte eine Menge toller Einzeiler, aber mein Favorit in Bezug auf spirituelle Praxis und ihre Früchte lautet: „Sehr empfehlenswert, keine Ahnung warum.“ Das ist wahrscheinlich die sicherste und genaueste Werbung für Erleuchtung, die ich je gehört habe. Es gab auch einen berühmten, alten und toten erleuchteten Mann (dessen Name sich mir ironischerweise im Moment entzieht), der gesagt haben soll: „Ich habe absolut nichts gewonnen, durch komplette und unübertroffene Erleuchtung.“

In der buddhistischen Tradition ist es gebräuchlich, Erleuchtung negativ zu bewerben – also entweder zu sagen, was es nicht ist, oder zu sagen, was man auf jeder Stufe verliert. Aber selbst dann ist es sehr verlockend, sich vorzustellen, dass die „Freiheit von Leiden“ sich natürlich in einen permanenten Zustand des psychischen Glücks oder Friedens übersetzt – und dies kann zu dem Versuch verleiten, diesen idealisierten Zustand zu imitieren.

Was ist Erleuchtung – für Dich?

Die mentalen Modelle, die wir auf dem spirituellen Weg verwenden, haben tief greifende Auswirkungen auf unsere Reise und deren Ergebnis. Die meisten spirituellen Menschen haben nie einen wirklich klaren Blick auf ihre tiefsten Überzeugungen darüber geworfen, was „Erleuchtung“ für sie eigentlich bedeutet, oder was sie sich vorstellen, was anders sein wird, wenn sie erstmal erleuchtet sind. Viele von uns haben wahrscheinlich völlig unterbewusste Ideale, die sich aus so unterschiedlichen Quellen wie Cartoons, TV-Shows (Kung Fu kommt mir da in den Sinn), Filmen, Legenden, 60er-Gurus, Popmusik, populären Zeitschriften, und anderen Aspekten der Popkultur im Allgemeinen zusammensetzen.

Zu den formaleren und traditionellen Quellen gehören die alten Texte und Traditionen des Buddhismus, Hinduismus, Taoismus, Sufismus, Kabbala (wie auch immer man das schreibt), Christentum, westlichen mystischen Traditionen (Alchemie, Theosophie, Golden Dawn, etc.), der antiken griechischen Mysterien-Schulen (einschließlich der fragmentarischen Schriften von Leuten wie Heraklit) und die Lehren von freien oder zweideutig ausgerichteten Lehrern wie Kabir, Khalil Gibran, J. Krishnamurti und vielen anderen.

Moderne Fusions-Traditionen, wie die verschiedenen neuen Versionen des Buddhismus und anderen Traditionen, die im Westen präsent sind, haben ebenfalls eine breite Palette von expliziten und impliziten Idealen über das Erwachen. Viele Menschen scheinen auch ihre eigenen höheren Ideale für sich selbst oder andere zu haben, die aus Quellen stammen, die schwer zu definieren sind, und machen diese zu einem Teil ihrer funktionalen, wenn auch in der Regel recht dürftig definierten Modelle der Erleuchtung.

 

Erleuchtung – ein Chaos.

Die Zahl der Widersprüche, die selbst innerhalb einer einzelnen spezifischen Tradition zum Thema gefunden werden kann, ist viel größer, als sich die meisten Menschen vorstellen. Zum Beispiel wird man sich bei einer systematischen Überprüfung der Dogmen der Erleuchtung allein im Pali Canon in einer Masse von sehr unterschiedlichen Lehren, Mythen, Geschichten und Idealen der Erleuchtung verheddern – und das ist nur eine Tradition!

Sich dem Thema der Modelle der Erleuchtung anzunehmen, ist also eine gewaltige Aufgabe, aber durch die Vereinfachung in sehr grobe Kategorien, wird eine Diskussion dieser breiten Masse von Dogmen und Halbwahrheiten möglich. Diese Modelle auf die Realität zu beziehen, ist deine Aufgabe.

Ich sehe diesen Versuch als einen kleinen Beitrag zu einer alten Tradition, die stets versucht, das Dogma zu reformieren und es wieder in Einklang mit nachprüfbaren Wahrheiten zu bringen. Jede neue Kultur, jeder Ort, jede Zeit und Situation scheint dies wieder und wieder zu tun müssen, da die Kräfte in uns und der Gesellschaft, welche Modelle fördern, die den Bezug zur Wahrheit verloren haben, sehr stark und ausdauernd sind – unter ihnen Geld, Macht , Ruhm, das Ideal endloser Glückseligkeit und Freude, die verlockende Macht der Vervollkommnung und die verderbliche Trägheit der Tradition.

 

Dies ist Erleuchtung

Bevor ich zu weit in die Details gehe, sollte ich erklären, dass der wichtigste Grundsatz, denn ich vermitteln möchte, dieser ist: „Dies ist es.“ Was bedeutet, dass dieser Moment alle Wahrheit enthält. Jedes Modell, das einen Keil treibt zwischen die Besonderheiten von dem, was in deiner Welt gerade jetzt passiert und dem, was Erwachen sein soll, muss mit großer Skepsis betrachtet werden.

 

Modelle der Erleuchtung

Hier nun also eine Liste mit den Kategorien von Modellen, die ich benutze. Die meisten Traditionen enthalten eine Mischung aus den meisten oder gar allen Kategorien. Es gibt wahrscheinlich noch andere Aspekte und Träume in Bezug auf Erleuchtung, die ich nicht berücksichtigt habe, aber diese Liste sollte die meisten der grundlegenden Ideen abdecken.

Ich sehe jede dieser Kategorien als eine wichtige Achse der menschlichen Entwicklung und im Grunde sind alle von ihnen gut und es lohnt sich, an all diesen Achsen zu arbeiten – unabhängig davon, ob sie irgendwas mit Erleuchtung zu tun haben.

1. Nicht-Dualität-Modelle: solche Modelle, die damit befasst sind, die Idee zu beseitigen oder zu durchschauen, dass es einen grundsätzlich getrennten oder kontinuierlichen Mittel-Punkt gibt, einen Beobachter, Macher, Wahrnehmer, ein Subjekt, einen Handelnden oder Ähnliches. Sie besagen im Wesentlichen, dass es das Ziel ist, den Prozess der Identifikation zu stoppen.

2. Modelle fundamentaler Wahrnehmung: diejenigen Modelle, die damit zu tun haben, grundlegende Aspekte aller Erscheinungen direkt so wahrzunehmen, so wie sie tatsächlich sind. Zum Beispiel die Wahrnehmung von Leere, Leuchtkraft, Vergänglichkeit, Leiden und anderen wesentlichen Aspekte, unabhängig davon, was die konkrete Erscheinung ist. Diese Modelle können direkt oder impliziert aussagen, dass Erleuchtung bedeutet, diese Aspekte in allen Erscheinungen kontinuierlich auf einer bewussten Ebene wahrzunehmen. Durch das starke Bewusstsein dafür, wie die Dinge tatsächlich sind, wird der Prozess der Identifizierung angehalten und der Schalter umgelegt – wie oben in der Nicht-Dualität Modellen.

3. Modelle spezifischer Wahrnehmung: diejenigen Modelle, die beschreiben, mehr und mehr, oder alle spezifischen Empfindungen wahrnehmen zu können, aus denen sich Erfahrung zusammensetzt – mit immer größerer Klarheit, meist oder zu allen Zeiten. In der Regel beinhaltet dies eine perfektionierte, kontinuierliche Panorama-Achtsamkeit oder die Fähigkeit zur Konzentration in extrem hoher Geschwindigkeit. Es impliziert, dass Erleuchtung – anstatt des Stoppens eines Prozesses der Identifikation – vielmehr bedeutet, so phantastisch bewusst zu sein, dass man nicht nur zu allen Zeiten die wahre Natur einer jeden aufsteigenden Empfindung wahrnimmt, sondern auch ihre Besonderheiten. Dieses Ideal kann ein Problem werden, denn je mehr du dich auf dem Versuch festfährst, die Person zu sein, von der du träumst, dass du sie sein solltest, anstatt zu sein, wer du bist, desto mehr kannst du dich in einem künstlichen und anmaßenden Fantasy-Land isolieren, abgeschnitten von den erdenden, heilenden und hilfreichen Realitätsprüfungen, die durch Gemeinschaft und echte, intime menschliche Beziehungen entstehen.

4. Emotionale Modelle: Modelle, die mit der Perfektion oder der Begrenzung des emotionalen Bereichs befasst sind, in der Regel durch die Beseitigung von Dingen wie Wünschen, Gier, Hass, Verwirrung, Täuschung und dergleichen. Diese emotionalen Modelle behaupten meist, dass Erleuchtung irgendeine Art von emotionaler Perfektion mit sich bringt. Wenn wir solchen Modellen anhängen, ist es sehr verlockend, rumzulaufen und eine begrenzte Emotionalität zu imitieren, indem wir Aspekte unserer grundlegenden menschlichen Natur unterdrücken oder ignorieren. Wenn wir sie aber unterdrücken oder uns vormachen, dass sie gar nicht vorhanden wären, kann diese Art der kultivierten Selbstverleugnung große Schattenseiten und unzählige neurotische Verhaltensweisen produzieren.

5. Verhaltens-Modelle: diejenigen Modelle, die sich mit der Perfektion oder der Begrenzung jener Dinge befassen, die wir tun können oder nicht tun dürfen. Sie beinhalten in der Regel den Versuch, immer nach einem bestimmten Moralkodex zu handeln oder stets ausschließlich selbstlose Handlungen auszuführen, oder so zu handeln, dass alles, was wir sagen oder tun, das genau Richtige in dieser Situation ist. Handlungs-Modelle neigen dazu, bestimmte Handlungen zu definieren, die ein erleuchtetes Wesen nicht ausführen kann oder bestimmte Handlungen, die ein solcher Mensch zu tun verpflichtet ist. Es gibt auch eine weitere subtilere und verführerische Sichtweise und die ist, dass ein erleuchtetes Wesen irgendwie besser oder höher handelt – auch wenn nicht definiert wird, was das konkret heißt. Die Liste von hocherleuchteten Personen, die sprichwörtlich ins Gras gebissen haben, weil sie sich erst auf einen hohen Sockel gesetzt haben, um es dann zu vermasseln und als eigentlich recht menschlich enttarnt zu werden, ist bemerkenswert lang. Meine Ansicht ist, dass erleuchtete Wesen Menschen sind, und leider werden Menschen, erleuchtet oder nicht, es immer mal wieder so richtig vermasseln.

6. Macht-Modelle: diejenigen Modelle, die mit immer größeren Fähigkeiten zu tun haben – seien es nun gewöhnliche oder übernatürliche (psychische Kräfte). Meine Ansicht ist, dass die Beziehung zwischen übernatürlichen Kräften und wirklicher Erkenntnis sehr dünn ist, wenn auch existent. Übersinnliche Kräfte kommen aus Konzentrations-Praktiken. Einige Leute scheinen sie aber unabhängig von ihrer Fähigkeit zu Konzentration oder Erkenntnis zu besitzen. Es ist wahr, dass man es auf dem Weg zum Erwachen schwer zu vermeiden kann, in allerlei Erfahrungen reinzurutschen, wie sie im Standard-Verzeichnis der übernatürlichen Kräfte beschrieben werden. Aber kurz gesagt: Nur weil jemand Kräfte hat, heißt das nicht, dass er erleuchtet ist, und nur weil jemand erleuchtet ist, heißt das nicht, dass er irgendwelche psychischen Kräfte hat.

7. Energetische Modelle: diejenigen Modelle, die davon handeln, dass alle Energie (Chi, Qi, Prana, etc.) durch alle Energie-Kanäle in der richtigen Weise fließt, alle Chakren sich in die richtige Richtung drehen und unsere Aura perfekt ist, usw. Diese Modelle lassen viel zu wünschen übrig. Kundalini-Phänomene, bei welchen die gesamte Energie (Prana, Chi) durch den zentralen Kanal (Sushumna) schießt, sind tatsächlich sehr häufig. Einige Traditionen halten dieses Ereignis für Erleuchtung – ich halte dies für falsch und verfrüht, obwohl ich verstehen kann, warum diese Phase des Weges die Menschen so beeindruckt. Menschen mit einem Talent dafür können Energie-Kanäle manchmal in empörendem Detail wahrnehmen und sind in der Lage, Chakren und dergleichen zu sehen. Für mich sind die energetischen Modelle ein Beispiel für eine vorübergehende Nebenwirkung der Praxis einiger Leute, die zu einem Ideal des Erwachens insgesamt erhoben wurde.

8. Wissens-Modelle: Modelle, die mit dem Zugang zu konzeptuellen Wissen von Fakten und Details über die Besonderheiten der Wirklichkeit zusammenhängen (im Kontrast zu Modellen, die mit der Wahrnehmung grundlegender Aspekte der Realität befasst sind). Wissens-Modelle behaupten oder implizieren im Wesentlichen, dass Erleuchtung uns irgendwie magisch versteckte konzeptionelle Informationen über alle Arten von besonderen Dinge im Leben erschließt, wie etwa die Funktionsweise der Teilchenphysik, wie man den Weltfrieden herbeiführt, welche Frau ein Jünger heiraten sollte, und dergleichen mehr. Einige gehen noch weiter und erklären, dass Erleuchtung schrittweise vollständige Allwissenheit mit sich bringt, also die Fähigkeit, alles über das ganze Universum gleichzeitig wissen. Dazu braucht wohl nichts gesagt werden.

9. Psychologische Modelle: diejenigen Modelle, die damit zu tun haben sich psychologisch zu perfektionieren oder psychologische Themen und Probleme zu eliminieren, so dass man schließlich kein „Zeug“ mehr hat, keine Neurosen, keine psychischen Erkrankungen – eine perfekte Persönlichkeit usw. Meine Ansicht ist, dass Zeug ein Bestandteil des Lebens ist. Es gibt kein Entkommen, während du lebst. Es gibt immer Verwirrung, Schmerz, Missverständnisse, Fehlinterpretationen, blöde Verhaltensmuster, wenig hilfreiche emotionale Reaktionen und sonderbare Persönlichkeitsmerkmale, Neurosen und möglicherweise noch viel schlimmere Dinge. Da werden immer Machtspielchen, verdrehte psychologische Spiele, Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen (zu denen du wahrscheinlich zählst), und Verrücktheit sein. Ich wünschte, wir würden über diese Vorstellung hinwegkommen, dass der spirituelle Weg sich darum dreht, an irgendeinen Happy-Place zu kommen, wo nichts uns jemals verletzen oder neurotisch machen kann und uns endlich der Meisterschaft echter Meditationspraxis zu widmen, anstatt Idealen hinterherzujagen, die nie eintreten werden.

10. Gedanken-Modelle: diejenigen, die entweder damit zu tun haben zu begrenzen, welche Gedanken gedacht werden dürfen, zu erweitern, welche Gedanken gedacht werden können, oder aber den Prozess des Denkens völlig anzuhalten. Meine Ansicht ist, dass Gedanken natürlich, kausal und unerlässlich sind für nahezu jede gewöhnliche Funktion, die wir durchführen (wie etwadas Schreiben einer E-Mail oder eines Textes). Gedanken sind nicht das Selbst, nichts in sich, sie sind Teil des Lebens, und sie sind leer im guten Sinn des Wortes. Sie waren immer so, vor und nach jeder spirituellen Einsicht, und wenn ihre wahre Natur erkannt ist, bleiben sie immer noch, wie sie waren.

11. Gott-Modelle: Modelle, deren Ziel die Wahrnehmung oder das Einswerden mit Gott ist, oder sogar selbst zu einem Gott zu werden. Für mich ist die zentrale Frage hier der Abstand zwischen „Gott“ und dem eigenen Leben. Diejenigen, die glauben, dieses Wesen wäre weit weg im Himmel und größtenteils nicht zugänglich, sind wirklich in Schwierigkeiten. Aber solche, die an einen „Gott“ glauben, der hier ist, gerade jetzt und in allen Dingen, einschließlich ihrer selbst, haben ein praktikables Modell für Erwachen, das so gut ist wie jedes andere, um zu realisieren: „Dies ist es.“ Was ja meine ursprüngliche, einfache Prämisse und der Test für ein gutes Modell der Erleuchtung war.

12. Körperliche-Modelle: Modelle, die mit dem Erwerb eines perfekten, hyper-gesunden oder bemerkenswerten physikalischen Körpers zusammenhängen – wie etwa lange Ohrläppchen, schöne Augen, einen Yoga-Po, oder superschnelle Fäuste aus Stahl. Zahlreiche Popkultur-Quellen sorgen dafür, dass wir interessante physikalische Eigenschaften oder Ideale mit Spiritualität assoziieren, vor allem Yoga-Zeitschriften und Martial-Arts-Filme. Es gibt über diese Modelle nicht viel mehr zu sagen, als dass sie amüsant und völlig unzutreffend sind.

13. Ausstrahlungs-Modelle: diejenigen Modelle, die eine besondere Präsenz beinhalten, die in irgendeiner Weise bemerkenswert wäre, wie ein besonderes Charisma oder das Ausstrahlen von Liebe, Weisheit oder auch Licht.

14. Karma-Modelle: diejenigen Modelle, die hoffen, frei zu werden von den Gesetzen der Realität oder den Ursachen, die dafür sorgen, dass Menschen schlechte Dinge erleben, um somit ein gesegnetes, geschütztes, glückliches und Unglücks- und Krankheits-freies Leben führen zu können. Das Thema ist wohl unabwägbar, weil die involvierten Kräfte und Faktoren so groß und komplex sind, dass kein Geist sie voll verstehen könnte.

15. Endlose-Glückseligkeits-Modelle: die Modelle, die besagen, Erleuchtung wäre ein kontinuierlicher Zustand von Glückseligkeit, Glück oder Freude, was in logischer Konsequenz auch ein Zustand ist, der völlig frei von Leiden ist. Verbunden damit sind Modelle, die einen ständigen Zustand der meditativen Versenkung beinhalten. Glückseligkeits-Models und ihre Begleiterscheinungen sind so allgegenwärtig in der Welt des Erleuchtung, dass sie ein zentraler, fast unangreifbarer Bestandteil der Grundüberzeugungen der meisten spirituellen Menschen zu sein scheinen. Für mich sind Glückseligkeit, Frieden, Glück, sowie ihre Kollegen Schmerz, Chaos und Elend, sämtlich vorübergehende Phänomene, an Bedingungen geknüpft, die entstehen und vergehen wie das Wetter. Dies führt uns zur großen Frage der Erkenntnis: Ändert das Erkennen die Dinge oder offenbart das Erkennen nur, wie die Dinge schon immer waren? Andere Versionen der Glückseligkeits-Modelle implizieren einen Zustand perfekter, kontinuierliche Konzentration unberührt von allen Umständen. Aber wie oben erwähnt, sind alle Konzentrations-Zustände vorübergehend, und nicht direkt mit wahrer Erkenntnis verbunden. Doch viele Menschen, die einen Geschmack von „jhana“ (Konzentrations-Zustand im Buddhismus) bekommen, sind sich sicher, dass diese bestimmt immer besser und kontinuierlicher werden müssen, wenn sie Fortschritte machen, und sie pflegen diese Zustände wieder und wieder und machen keinerlei Fortschritt in wirklicher Erkenntnis. Und zweitens: Warum sollte jemand, der einem Glückseligkeits-Modell anhängt sich jemals sein Leiden ansehen? Meist tun diese Menschen es nicht, und so sind die Chancen, dass einer von ihnen einen wirklichen Einblick bekommt oder mit der dunklen Nacht der Seele umgehen könnte eher gering.

16. Unsterblichkeits-Modelle: Modelle, die das ewige Leben beinhalten, in der Regel an einem erstaunlichen Ort (Himmel, Nirvana, Reines Land, etc.) oder in einem erweiterten Zustand (Engel, Bodhisattvas, Zauberer, etc.).

17. Transzendenz-Modelle: Modelle, die besagen, dass man frei von oder irgendwie erhaben über die Mühen der Welt werden kann, während man in der Welt ist, und somit in einem Zustand der Transzendenz lebt. Dazu gehört im Wesentlichen das Versprechen, das Beste aus beiden Welten zu haben: Du kannst in der Welt zu sein, während du nicht von der Welt bist, in der Lage, alle angenehmen Dinge zu genießen, während du immun bist gegen Schmerzen und Schwierigkeiten. Die vorhersehbare und offensichtliche Wahrheit ist, dass wirkliche Transzendenz nur zum Preis von einer sehr tiefen, direkten Intimität mit dem Leben erblüht – dem ganzen Leben, mit seinen guten weniger angenehmen Seiten.

18. Auslöschungs-Modelle: Modelle, die das Aussteigen aus dem Rad des Lebens oder dem Kreislauf der Wiedergeburten usw. beinhalten – so wie nie wiedergeboren werden zu müssen oder gar im Moment der Erleuchtung aufzuhören zu existieren. Sie sind die Kehrseite der Unsterblichkeits-Modelle und etwas gegensätzlich zu den Transzendenz-Modellen.

19. Liebes-Modelle: solche Modelle die beinhalten alle zu lieben, die ganze Zeit Liebe zu spüren, selbst Liebe zu werden, von allen geliebt zu werden oder eine Kombination aus allen. Viele Leute denken, dass erleuchtete Wesen die ganze Zeit vor Liebe strahlen, herumlaufen und liebevolle Dinge sagen, zu allen Zeiten tiefe Liebe für alle Dinge fühlen und dergleichen mehr. Etwas zwielichter, seltener artikuliert und doch seltsam überzeugend ist die Vorstellung, dass uns die Menschen, wenn wir erstmal irgendwie erleuchtet sind, nicht nur mögen werden, sie werden uns lieben.

20. Einheits-Modelle: Modelle, die aussagen, dass du in irgendeiner Form Eins mit allem wirst. Was wir uns darunter in der Regel wohl vorstellen, ist, dass wir ein handelndes Subjekt, ein separates, bewusstes, kontrollierendes Wesen bleiben und doch auf geheimnisvolle Weise Teil von allem sein können, etwa indem wir alles zu jeder Zeit fühlen oder sogar (noch lächerlicher) alles andere zu jeder Zeit kontrollieren könnten. Dies ist eines von diesen Modellen, die zwar irgendeine Art von Wahrheit enthalten, eigentlich aber nur eine extreme Seite des zentralen Einheits-/Auslöschungs-Paradoxons darstellen.

21. Soziale-Modelle: Modelle, die versprechen, dass man irgendwie akzeptiert wird für das, was man spirituell erreicht hat, oder das man etwas erreicht hat, wenn irgendwelche Menschen denken, man hätte etwas erreicht und alle Varianten zu diesen Themen. Wir könnten uns etwa vorstellen, dass Erleuchtung automatisch bestimmte wünschenswerte soziale Auswirkungen mit sich bringt, wie eine bestimmte soziale Rolle – etwa die eines akzeptieren Lehrers, Führers, Mentors, spirituellen Freundes, Gurus, Avatars, usw. Dies beinhaltet gewöhnlich, dass eine schlecht definierte Gruppe von Personen uns akzeptiert. Es lohnt sich, die eigenen tiefsten Überzeugungen in Bezug auf die sozialen Auswirkungen der Erleuchtung zu überprüfen – was wir uns insgeheim erhoffen, wenn wir erleuchtet oder zumindest erleuchteter sind. Diese Hoffnungen können einen großen Einfluss auf unsere Praxis, unsere Motivation für den spirituellen Weg und besonders die Art von Erfolgen und Misserfolgen haben, die wir erleben werden, wenn wir unsere Erkenntnis und Einsichten mit anderen teilen.

 

Erleuchtung auf dem Boden der Tatsachen

Wie ich selbst, bist du wahrscheinlich den meisten wenn nicht allen diesen Idealen des Erwachens im Laufe deiner spirituelle Suche über den Weg gelaufen – im äußeren und zu bestimmten Zeitpunkten auch in dir selbst, sei es nun bewusst oder unbewusst. Angesichts all dieser hohen Ideale ist es nicht verwunderlich, dass uns die Aufgabe des Erwachens entmutigend, wenn nicht anmaßend erscheint. Stell dich mal selbst vor als das allgemein-akzeptierte-strahlende-unsterbliche-Engel-Bodhisattva-Strahlaugen-und-Yoga-Arsch-habende-alles-liebende-eins-mit-dem-Universum-seiende-endlos-bewusste-perfekt-gesunde-emotional-perfekte-psychologisch-fehlerfreie-altruistische-nicht-denkene-wunschfreie-übersinnlicher-Superheld-Sternen-Kind-des-Lichts und stell dann fest, ob dieses Bild in einem gewissen Gegensatz zu deinem aktuellen Leben steht. Wenn du bist wie ich, wirst du feststellen, dass es da einigen Widerspruch gibt.

Eine Spiritualität, die unsere unvermeidlichen, dunklen oder unerwünschte Seiten ignoriert oder verdeckt, ist dazu verdammt, von diesen Seiten gebissen und verbrannt zu werden. Modelle der Erkenntnis, die hohe Ideale der menschlichen Vervollkommnung beinhalten, haben im Laufe der Jahrhunderte so viel Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und fehlgeleitete Anstrengungen verursacht, dass ich keine Bedenken habe, mein Bestes zu tun, sie an den scharfen Felsen der Realität in Stücke zu zerschlagen. Sie sind nicht völlig nutzlos, und es liegt ein Wert darin, die Standards, die wir anstreben hoch zu halten, aber die meiste Zeit werden sie viel zu ernst genommen, um überhaupt hilfreich zu sein.

Warum erwähne ich all diese Zustände, die von vielen weitgehend als mythisch und unerreichbar angesehen werden? Weil sie es absolut nicht sind, deshalb. Viele Menschen erreichen diese Zustände heute, auch wenn sie nur mit ihren Lehrern und Freunden darüber sprechen, die mit diesem Zeug genug Erfahrung haben, um es zu verstehen und darum nicht zu komischen Reaktionen auf solche Offenbarungen neigen.

Hier ist mein Punkt: Es kann getan werden, es wird erreicht und es gibt Menschen, die dir dabei helfen können. Praxis, Praxis, Praxis – das macht den großen Unterschied. Geh auf Retreats, finde Menschen, die wissen, wie es gemacht wird und häng mit ihnen rum. Bleib einfach.

 

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Bilder: Buddha 1 – Public Domain; Buddha 2 – Sacca/ CC-by-sa

 

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14 Responses

  1. Anonymous

    @Marianne
    Ich bin mir sicher dass du falsch denkst, denn Leiden ist menschenunwürdig und ganz destruktiv. An Leiden gibt es nichts positives und nichts lehrreiches.
    Leiden kann niemandem helfen und schon gar nichts gutes voranbringen, als nur weiteres Leiden. Wenn du dein Leiden akzeptierst, dann akzeptierst du auch das Leiden von anderen Lebewesen und sogar von Millionen Kriegsopfern, von Missbrauchsopfern, von Massentierhaltung etc. Leiden ist ein Symptom von Unbewusstheit und kann/soll durch Erkenntnis aufgelöst und beendet werden.

    Das lehrte auch Osho:
    „Leiden ist das Kriterium dafür, dass man falsch lebt, und Seligkeit ist das Kriterium dafür, dass man richtig lebt, andere Kriterien gibt es nicht. Du brauchst nicht erst heilige Schriften zu lesen und auch keinen Guru zu fragen. Du brauchst nur zu prüfen, ob du immer seliger wirst, ob deine Seligkeit ständig tiefer und tiefer wird. Wenn das so ist, dann bist du auf dem richtigen Weg. Und wenn das Leiden, die Qualen, die Schmerzen immer mehr werden, dann bist du auf dem Holzweg. Es kommt nicht darauf an, irgendwem zu glauben; es kommt darauf an, jeden Tag sein eigenes Leben zu prüfen und nachzuschauen, ob man eigentlich immer trauriger wird oder immer seliger.“

    Antworten
  2. Marianne

    Ich will überhaupt nicht frei sein von Leiden.

    Es darf alles sein und das Leid hat mich vorangebracht und auch glücklich gemacht, mit jedem Schritt aus mir selbst heraus.

    Ich liebe das Leben so wie es ist. Alles ist längst gut.

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  3. Kristina

    @Felice
    Es stimmt zwar was du sagst, aber das Gegenteil stimmt ja auch:
    Stell dir vor, dass alles wahr ist. In jedem Moment. Das ist hart für die Seele bzw. fürs Gewissen.
    Denn es ist wahr, dass wir ständig Lügen, Bevormundung und Fremdführung zulassen, womit wir unsere Seele beleidigen, belasten und auf Kompensierungs-kurs bringen.
    Statt die Verantwortung fürs eigene Denken selbst zu übernehmen, benimmt sich der Erwachsene wie ein Kind, indem er sich leicht beängstigen, belehren, beraten, begeistern, bedrohen, beruhigen, aufbringen, bevormunden, benutzen, kontrollieren und manipulieren lässt.
    Und wer diese Mechanismen selbst beherrscht, sucht sich Opfer bzw. Wirte,
    um sie auszubeuten (manche nennen es Arbeit, Hilfe und Maßnahme).
    Viele lassen sich sogar gerne verführen und sagen, wie das Leben abzulaufen hat bzw. abzuleisten ist und wie es von außen zu beglücken ist.
    Zitate:
    Osho: „Ein Mensch wird erst richtig Mensch, wenn er die volle Verwantwortung für sich übernimmt, wenn er sich für alles was er ist, verantwortlich fühlt. Das ist die Grundvorraussetzung und erfordert am meisten Mut.“
    H.Hesse: „Denn indem ein Mensch mit den ihm von Natur gegebenen Gaben sich zu verwirklichen sucht, tut er das Höchste und einzig Sinnvolle, was er kann.“ 

    J.W. Goethe: „Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben“.

    Antworten
  4. Kristina

    @Nico
    Leider muss ich dir widersprechen, da es selbstverständlich absolute Wahrheit gibt und dies lässt sich sehr leicht auf vielen Beispielen erkennen.

    Ein Beispiel: Wenn ich ein Glas absichtlich zerschlug, so ist die Wahrheit, dass
    ich es war, die vorsätzlich ein Glas zerschlug und dass das Glas zerschlagen ist.
    Wenn ich dann aber erzähle, dass mir das Glas zufällig zerbrach, oder dass ich
    eine Porzellantasse zerschlug, dann ist dies nicht mehr Wahrheit sondern Lüge.
    Vor allem ist Lüge wenn ich sage, dass das Glas schon zerbrochen war als ich kam und absolute Lüge wenn ich sage, dass Nico oder ein Erdbeben dieses Glas zerstörte.
    So kann man aus jeder absoluten Wahrheit viele Lügen und Verwirrungen produzieren und dann behaupten, dass es keine absolute Wahrheit geben könnte. Doch die absolute Wahrheit gibt es immer, auch wenn wir sie gerade nicht kennen oder ignorieren, relativieren und leugnen.

    Jetzt kommt vielleicht wieder dein Vorwurf, ich würde es mir zu einfach machen, doch gerade die Wahrheit lässt sich nur in Einfachheit und Klarheit erkennen.
    Wenn man kompliziert denkt und von vorne glaubt, dass es keine absolute Wahrheit geben kann, wird man sie nicht erkennen, selbst wenn sie da ist.

    Außerdem ist es nicht unsere Aufgabe (wie in diesem Artikel) andere Menschen
    zu beobachten und zu bekehren, wenn sie anders denken und das Bedürfnis haben sich zusammen zu schließen um über Gott, Ufo, Engel, Mondphasen, Numerologie zu diskutieren. Soll doch jeder glauben und machen was er will (Art.1 und 4 GG).
    Wichtig ist nur, dass dabei kein Missbrauch, keine Nötigung, keine Manipulation, keine Bevormundung, keine Einschüchterung, kein Mobbing und kein Zwang ausgeübt wird, damit wir es nicht erleben müssen, dass uns unter Strafe vorgeschrieben wird wie und was wir zu glauben haben.

    Antworten
  5. Esther E. Bläsing

    Der letzte Satz des Artikels sagt alles, was es zum Thema zu sagen gibt: „Bleib einfach.“

    Bleib.
    Laufe nicht weiterhin Anderen nach und vor dir selbst davon. Komm` zu dir und bleibe bei dir.

    Einfach.
    Kein Modell, kein Konzept, kein Futter für den Verstand. Es ist viel einfacher als du denken kannst…

    Antworten
  6. Nico

    Wie Du schon richtig bemerkt hast, kommt es viel weniger auf die konkrete Lehre an als auf deren Wirkung auf die eigene Seele (nicht unbedingt im streng christlichen Sinne!). Das Problem sind aus meiner Sicht gar nicht einmal die Schwächen der einzelnen Lehren, sondern die Neigung der Menschen, sich in ihnen festzubeißen. Sie verwechseln Lebensmodelle mit ewigen Wahrheiten. Das sorgt dann für gewaltige Probleme. Denn kein Mensch kann ewige Wahrheiten verkünden.

    @Kristina
    Dir möchte ich einmal sagen, dass Du es Dir aus meiner Sicht zu einfach machst. Du stellst einige Regeln auf und erklärst sie zum Zentrum der Welt. Damit fällst Du in eben die Falle, die ich oben schon angesprochen habe. Es gibt einfach keine Regeln, die universale Gültigkeit besitzen. Deshalb können Regeln uns auch niemals sagen, wie wir glücklich werden können.

    Die Zitate von Osho finde ich durchaus zutreffend, aber sie lassen eine wichtige Frage offen: Wie erwerbe ich Mut? Nach meinem Erleben ist Mut eine Begleiterscheinung des Erwachens. Man erkennt, dass all die großen Gefahren unseres Lebens eigentich recht bedeutungslos sind und wird dadurch in die Lage versetzt zu tun, was einem wirklich wichtig ist.

    Antworten
  7. nix

    das klingt als ob es ein kind geschrieben hätte. das so was in der sein auftaucht, sieht man mal wieder das wir das sommerloch haben.

    Antworten
  8. Kristina

    @Namenlos
    Aus deinen Worten geht hervor, dass du keine eigene Orientierung hast,
    kein Vertrauen in dich selbst hast und daher Angst vor Selbständigkeit hast.
    (Zitat: „woher soll ich denn wissen ob gerade mir die hare krishnas besonders
    gut tut (…) ein kompass in solchen beziehungen wäre doch echt gut“)

    Du bist wohl kein Kind mehr, also mach dich nicht klein, geh ruhig in die Welt hinaus, mache deine eigenen Erfahrungen, finde es selbst heraus was dir gut tut und was dich interessiert, anstatt dich immer von Außenseitern, Beratern, Betreuern, Lehrern und anderen Meinungsmachern manipulieren zu lassen.

    Wie ich schon in meinem Kommentar anmerkte, es spielt überhaupt keine Rolle
    welche Ideale man anstrebt oder welcher Gemeinschaft man sich anschließt,
    wichtig ist nur darauf zu achten, dass dabei kein Missbrauch, keine Nötigung,
    keine Bevormundung, keine Manipulation, keine Einschüchterung, kein Mobbing
    und kein Zwang ausgeübt wird.

    Vielleicht können dir und anderen Suchenden diese Weisheiten von Osho weiterhelfen:

    „Du kannst nicht aufrichtig sein, wenn Du nicht mutig bist.
    Du kannst nicht liebevoll sein, wenn Du nicht mutig bist.
    Du kannst nicht vertrauen, wenn Du nicht mutig bist.
    Du kannst die Wirklichkeit nicht erkunden, wenn Du nicht mutig bist.
    Deshalb ist Mut das Wichtigste. Alles andere folgt von selbst.“

    „Der Feigling hört auf seine Ängste und gibt nach, während der Mutige sie beiseite schiebt und weitergeht. Der Mutige geht trotz aller Ängste ins Unbekannte“

    „Das Leben hört nicht auf Deine Logik, es geht ganz gelassen und ungestört seinen Gang. Höre auf das Leben, denn das Leben hört nicht auf Dich. Es kümmert sich kein bischen um Deine Logik.“

    Antworten
  9. Anonymous

    moment mal, ich hab mir grade die kommentarliste angesehen, was soll denn dieses getue, dass man da nicht mal drüber sprechen dürfe. da gibt es gelbmützenbuddhisten und rotmützensowiesoisten und die können selbstbewußt ihre gemeinsamkeiten und unterschiede benennen.

    erinnert die gespräche der heiligen springfields – buch 7 folge 10

    nat flanders kommt nach hause, seine kids sind zu atheisten mutiert und einer der söhne kommt nach hause und erzählt nat stoltz „dad ich werde religionswissenschaften studieren – vergleichende religionswissenschaften“ und für ihn bricht eine welt zusammen.

    natürlich is die folge grad erfunden, aber es ist doch wahr, oh gott, ich darf nicht über die essentials reden.

    das finde ich schade. woher soll ich denn wissen ob gerade mir die hare krishnas besonders gut tun, vielleicht hätte ich mit einer anderen richtung des hinduismus vielleicht weniger schwierigkeiten wo ich nicht meine gesamte kultur so massiv hinterfragen muss so, dass nichts mehr wirklich übrig bleibt.

    ein kompass in solchen beziehungen wäre doch echt gut.

    danke nochmal für die mühe des auflistens ; )

    Antworten
  10. Kristina

    Dieser Artikel erscheint mir ziemlich eng und oberflächlich. Allein schon wenn sich jemand selbst als „Dharma-Lehrer“ oder überhaupt als „spiritueller Lehrer“ tituliert, ist für mich sehr anmaßend.

    Auch wenn ich hier in manchen Punkten salopp zustimmen würde, glaube ich dass es mir und niemandem zusteht, irgendwelche Glaubensgemeinschaften (ob religiöse oder spirituelle) pauschal und ungefragt von oben herab öffentlich zu begutachten und zu kategorisieren, da damit die Menschenwürde und Glaubensfreiheit (Art.1
    und 4 GG) verletzt werden kann.
    Alle Menschen sollen ihre diversen Erfahrungen machen dürfen, auch wenn sie dabei scheitern und ihre Zeit für scheinbar sinnlose Sachen verschwenden, selbst wenn sie dabei lächerlich oder naiv wirken. Denn so gesehen könnte man alles mögliche in Frage stellen und sogar die harmlosen Bergsteiger als Masochisten abstempeln, insb. bei schlechtem Wetter.
    Es spielt überhaupt keine Rolle ob jemand Erleuchtung oder andere Ideale anstrebt oder glaubt diese gefunden zu haben. Wichtig ist nur, dass dabei kein Missbrauch, keine Nötigung, keine Bevormundung, keine Manipulation, keine Einschüchterung, kein Mobbing und kein Zwang ausgeübt wird.

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  11. harry

    Oh ja, Modelle über Modelle.. und wann willst du aufgeben?
    Mir ist auf der Reise aufgefallen dass, wann immer es zu viel wurde und ich innerlich kapituliert hatte, sich die Blüte im Herzen anfing zu öffnen.
    Und wann immer das geschah war die Hoffnung wieder da, und mit der Hoffnung wieder ein Wunsch und mit dem Wunsch wieder das Morgen.. vorbei war es mit dem Hier und Jetzt.

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  12. Heinz Pütter

    Nun bin ich total überfordert, was ist Erleuchtung? Erleuchtet sind wir alle nur wir wissen es nicht.
    Die Menschen fragen danach, wie sie Gott finden können? Die Antwort ist HIER. WANN werden sie ihn finden? Die Antwort ist JETZT. WIE werden sie ihn finden? Die Antwort ist, schweige, geh in die Stille und schaue.“

    Ein Behördenvertreter fragte mal den großen Meister Rinzai, ob sich das Geheimnis der Religion in einem einzigen Wort ausdrücken lasse. „Stille“, sagte Rinzai. Und wie gelangt man zu Stille? „Meditation“ Und was ist Meditation? „Stille“

    „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“.

    „Seid stille und erkennet, dass ich das SELBST bin.

    Wir müssen weder Gott suchen noch uns selbst finden, alles ist schon in uns, in unserem Herzen.

    10. Gesang Yoga der Offenbarung. Krishna sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. http://de.wikipedia.org/wiki/Bhagavad_Gita

    Arjuna bin ich als Mensch, ja ich bin Arjuna, sowie ich im SELBST, der Einheit mit Gott, alles auch selbst bin!!

    Den Höhepunkt der Selbstmitteilung Jesu im Johannesevangelium bilden die so genannten Abschiedsreden (14–17 EU), in denen Jesus die Einheit mit Gott auch seinen Jüngern verspricht. Der Paraklet werde ihnen die Erkenntnis bringen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch. http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Johannes

    Die mystische Dimension in der Schöpfungsspiritualität der Hildegard von Bingen
    http://www.abtei-st-hildegard.de/?p=1712
    Offenbarung 21, 1-5
    „O Mensch, schau den Menschen an! Der Mensch hat nämlich Himmel und Erde in sich. Er ist eine Gestalt, und doch ist in ihm alles verborgen.“ (Causa et curae S. 6)

    Alls ist in uns, in der Seele der Welt, in unserem Herzen. Auch der Spirit, der in allem wohnt. Die Chinesen nennen ihn Chi, die Japaner Ki, die Inder Prana. Man kann ihn nicht sehen, man kann ihn nicht messen, man kann ihn nicht nachweisen. Aber viele können ihn spüren. Die Sensibilität dafür zu entwickeln ist das Lebensziel der Naturvölker, deren Lebenssinn nicht um die Frage kreist: »Was kann ich haben?«, sondern: »Was sollte ich sein?« Für sie ist die Antwort klar: ein Teil des »Gro­ßen Geistes«, der die Quelle des Lebens und der Identität jedes Einzelnen ist.

    „Wir sind alle Buddhas, doch wir wissen es nicht.“ Aus Unwissenheit erleben wir Leid, obwohl die Natur unseres Geistes zeitlose höchste Freude ist.
    In den folgenden Erklärungen spannte Buddha den Bogen von der Darstellung der Begrenztheit allgemeiner Erfahrung bis hin zu Befreiung und Erleuchtung. Buddhas Aussagen sind:
    http://www.buddhismus-schule.de/inhalte/edlewahrheit.html
    Meditation ist ein Zustand der Wachheit. Man muss nicht in Meditation sitzen, es gibt andere Formen der Meditation. Es gibt auch die Meditation beim Innehalten, beim Gehen, beim Tun, bei der sexuellen Aktivität. Das ist der Zustand der echten Wachheit. Wenn wir in diesem Zustand gehen, atmen wir in jede Blume, fliegen wir mit jedem Vogel, fühlen das Knirschen unter unseren Füßen. Wir finden Schönheit und Weisheit. Denn Weisheit findet sich, wo immer Schönheit zur Form gelangt. Und Schönheit gelangt überall zur Form, gestaltet sich aus allem Stoff des Lebens. Wir brauchen nicht danach zu suchen. Es kommt auf uns zu.

    Wenn wir in diesem Zustand etwas tun, verwandeln wir jede Aktivität in Meditation und somit in ein Geschenk, in eine Opfergabe- von uns an unsere Seele und von unserer Seele an das Alles. Alles was wir tun, genießen wir. Lächeln wir viel, weil wir um dieses Wissen wissen, weil es sich gut anfühlt, weil unser Herz ein Geheimnis weiß. Lächeln wir viel. Es wird heilen was immer uns quält.

    Atme, machen wir lange und tiefe Atemzüge. Atmen wir langsam und sanft. Atmen wir das weiche süße Nichts des Lebens ein, so voller Energie, so voller Liebe. Es ist Gottes Liebe, die wir ein- und ausatmen. Atme sehr, sehr tief, und die Liebe wird uns zum Weinen bringen. Aus Freude.

    Denn du bist deinem Gott begegnet, und dein Gott hat dich zu deiner Seele geleitet.

    Wer eine solche Erfahrung einmal gemacht hat, für den ist das Leben nie wieder dasselbe. Menschen sprechen davon, >>auf dem Gipfel<< oder in vollkommener Ekstase gewesen zu sein. Ihr Seinswesen hat sich für immer verändert. Denke wir immer daran, die Stille birgt die Geheimnisse. Und so ist der süße Klang der Klang de Stille. Das ist das Liede der Seele. Wenn wir an das Lärmen der Welt glauben statt an die Stille der Seele, sind wir verloren. Das Lied der Seele kann auf viele Weisen gesungen werden. Der süße Klang der Stille kann oft vielfältig vernommen werden. Manche hören die Stille im Gebet. Manche singen das Lied in ihrer Arbeit. Manche suchen die Geheimnisse in stiller Kontemplation, andere in einer weniger kontemplativen Umgebung. Wenn die Meisterschaft erlangt ist oder auch nur periodische Erfahrung ist, kann der Lärm der Welt selbst inmitten all des Getöses verstummen, könnten die Ablenkungen zum Schweigen gebracht werden. Alles Leben wird dann zur Meditation. Alles Leben ist Meditation, in der du das Göttliche betrachtest. Das wird echte Wachheit oder Achtsamkeit genannt. Alles im Leben ist, wenn es so erfahren wird, gesegnet. Es gibt keine Kämpfe und Schmerzen und Sorgen mehr. Es gibt nur die Erfahrung, die du benennen kannst, wie immer du möchtest. Du kannst dich dazu entscheiden, das alles als Vollkommenheit zu bezeichnen. Also nutze dein Leben und alle Ereignisse darin als eine Meditation. Geh in die Wachheit, nicht als einer, der schläft. Bewege dich mit Achtsamkeit, nicht achtlos, und verzweifele nicht in Zweifeln und Ängsten, nicht in Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, sondern lebe in permanentem hellen Glanz und in der Sicherheit, dass du zutiefst geliebt bist. Du bist immer eins mit Gott. Willkommen zu Hause. Wir sind alles, was ist, alles, was je war, und alles, was je sein wird, Welt ohne Ende.

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