Gabriele Seils berichtet über die transformierende Beziehung zu ihrer spirituellen Lehrerin Mariananda.

Diese Geschichte handelt von der Liebesbeziehung zu meiner spirituellen Lehrerin Mariananda. Ich bin nicht die Einzige, die diese Liebesbeziehung eingegangen ist, und doch ist sie absolut einzigartig und die erfüllteste, schönste, wahrste Beziehung in meinem Leben. Dabei steht Mariananda, wie jeder spirituelle Meister, für die all-umfassende und bedingungslose Liebe in jedem von uns: als das Selbst, das nur darauf wartet, als zutiefst persönliche und zugleich völlig unpersönliche Liebe wieder-entdeckt zu werden.

Als ich Mariananda das erste Mal begegnete, hatte ich keine Ahnung, was es heißt, spirituelle Schülerin zu sein. Sie hat mich bis ins Mark berührt in ihrer Lebendigkeit und Wahrhaftigkeit. Und ich wollte DAS auch. Was DAS ist, wusste ich nicht wirklich und schon gar nicht, was für ein langer Weg es bis dahin ist. Ich wusste auch nicht, dass es darum geht, wieder aus ganzem Herzen zu lieben. Was ich merkte: dass etwas Lebensnotwendiges fehlte. Da war dieses grundsätzliche nagende Gefühl des Mangels. Ein Gefühl, das auch durch Therapie – so wichtig wie sie für viele meiner Probleme war – nicht verschwunden ist. So oder so ähnlich würden sicher auch viele andere Suchende ihren Weg beschreiben. Und diese Geschichte steht stellvertretend für die vielen verschiedenen und doch gleichen Geschichten der Schüler von Mariananda und Sanghamitglieder der „Blue Planets“.

Himmel und Hölle

Die Begegnungen mit Mariananda haben eine Tür geöffnet zu einer völlig neuen Dimension. Bei den Satsangs und Retreats erlebte ich in ihrer Nähe Momente, in denen das Geratter im Kopf aufhörte. Plötzlich Stille und Zufriedenheit. Tränen, die fließen konnten. Zeiten des Glücks. Ich sah im Spiegel, dass meine Augen leuchteten. Ja, ich hatte meine spirituelle Lehrerin gefunden und ich war im Himmel. Wo ein Himmel ist – lässt die Hölle nicht lange auf sich warten. Erst viel später verstand ich, was Mariananda uns erklärte: Der Himmel ist eine Wunschfantasie des Egos. Da das Ego dual ist – also immer eine Gegenseite hat – ist die Hölle die zwangsläufige andere Seite. Beides findet in unserer Vorstellung statt, die wir dann im Außen erleben.

Ich hatte gehört, dass dies der Weg der Wahrheit ist. Doch in den Spiegel der Wahrheit wollte ich nicht schauen. Und den hielt Mariananda mir vor, denn das ist der „Job“ eines spirituellen Lehrers. Sie wies mich darauf hin, wenn ich geistesabwesend war. Und das war ich sehr oft! Sie unterbrach mich, wenn ich mich rechtfertigen wollte. Sie stellte meine Behauptungen infrage. Es kam zunehmend ans Licht, dass ich nicht so eine freundliche, gewaltfreie Person bin, wie ich dachte. Nein, das wollte ich so genau nicht sehen. Ich reagierte beleidigt und wütend. Das Bild, das ich gerne von mir haben wollte: unbeschwert, souverän und locker – dahin. Und alle sahen es!

Die Euphorie wich dem Zweifel: „Diese Lehrerin wird ja wohl auch mal unrecht haben“ und „ihre Schüler sind doch alle abhängig“ und überhaupt „zu heilig“. Aber ich hatte schon „Blut geleckt“ und diese Intensität, diese Wahrhaftigkeit und die Liebe, die ich erfahren hatte, hatten eine tiefe Sehnsucht unauslöschlich entfacht. Was nun? Dass die vertrauten Versuche, die Leere durch Beziehungen, Action, Bestätigung durch Arbeit etc. zu füllen, nicht funktionieren, hatte ich ja schon gemerkt. „Na, dann ein anderer Lehrer!“, dachte ich in Zeiten des auflodernden Zweifels. Doch an einem dieser Punkte hatte Mariananda zu mir gesagt: Es geht um DICH. Und das habe ich gehört.

Enttarnung der Masken

Ich blieb und erfuhr mehr über das Ego, also darüber, wie meine Persönlichkeit gestrickt ist. Mariananda lehrt uns, das Enneagramm anzuwenden, um die Maske zu erkennen, die wir uns vor unsere wahre essenzielle Natur halten. Ich sah meinen speziellen Ego-Schutzmechanismus, mit dem ich versuchte, das Leben zu meistern: was ich vorgab zu sein, um zu bekommen, was ich wollte. Mir wurde mehr und mehr bewusst, dass man nicht darum herumkommt, sich etwas von einem spirituellen Lehrer sagen zu lassen. Und dass es notwendig ist, anzuerkennen, dass er dein Ego sieht, all das, was du abwehrst und verbirgst, sogar vor dir selbst. Irgendwann wurde der wunderbare Satz geprägt: „Du brauchst genug Vertrauen, um dein Misstrauen zu äußern.“

Wenn auf der einen Seite das Misstrauen ist, dann ist auf der anderen Seite das Anhimmeln. Und was habe ich Mariananda angehimmelt – mit verklärtem Blick, hoffend, dass ihr Leuchten sich auf mich überträgt und dass sie magisch-mystisch alle meine Probleme löst. Tut sie aber nicht. So ein Ärger! Sie sagt: „Du schleimst“. Und immer wieder: „Das, was du suchst, ist in DIR.“ So verging ein Jahr nach dem anderen. Mariananda begleitete uns treu, unbestechlich und unermüdlich durch diese – ich nenne es mal – „spirituelle Trotzphase“. Und dann – viel später – kommt ja erst die „Pubertät“! Da denkt man: „Jetzt bin ich doch schon mal wer!“ Und ja, es hat sich auch einiges getan.

Wir Schüler waren solider geworden, verlässlicher, hilfsbereiter und freundlicher. Doch dann geht es erst noch einmal richtig los. Ich erfuhr am eigenen Leib, was das Ego für einen unerbittlichen Kampf führt, um seine zutiefst eingefleischten Schutzmechanismen aufrechtzuerhalten. In ihrem Buch „Der Diamantkörper“ beschreibt Mariananda in dem Kapitel „Schattenarbeit. Die dunkle Nacht der Seele“ in aller Differenziertheit die Kämpfe, die Verzweiflung und die Orientierungslosigkeit, die auf verschiedenen Abschnitten des spirituellen Weges jeden ernsthaft Suchenden erwarten.

Die Rückkehr der Liebe

Egal wie du bist, wütend, zweifelnd oder beleidigt: Mariananda begegnet jedem immer vollkommen offen. Mit bedingungsloser Liebe. Und irgendwann passiert ES. Du wirst von der unendlichen Kraft und tiefsten Zartheit der Liebe berührt. Und im selben Moment kommst du mit dem ganzen Schmerz in Kontakt, der unter dem Schutzpanzer des Egos verbuddelt ist. Willst du dich wieder auf die Liebe einlassen? Das ist die Frage. Ich bekam den größten Wutausbruch meines Lebens. Und Mariananda sah mir in die Augen. Bedingungslos mich annehmende Liebe traf mitten ins Herz. Diesen Moment während eines Retreats werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen, und ich verneige mich vor dir, liebste Mariananda, in tiefer Dankbarkeit. Rumi sagt: „Die Wunde ist die Stelle, an der das Licht in dich eintritt.”

Das, was Mariananda ist, ist dieses Licht. Und sie führt uns durch alle Krusten und Schichten hindurch an diesen Eingang zurück und ermöglicht es uns, das Vertrauen aufzubauen, uns selbst wieder so anzunehmen, wie wir sind. Und uns zu öffnen. Dem Leben, den Menschen und der Liebe. Die Sehnsucht, die mich zu ihr geführt hat, ist tatsächlich erfüllt worden. Nur ganz anders, als ich gedacht hatte. Die Veränderungen gehen von innen nach außen. Und nicht umgekehrt. Nicht, weil meine Arbeit endlich gut läuft, bin ich glücklich, sondern weil ich glücklich bin, läuft meine Arbeit endlich gut. Das lässt sich beliebig übertragen auf alle Bereiche des Lebens. Nie hätte ich gedacht, dass ich irgendwann einmal so eine grundsätzliche Entspannung erleben würde. Dass unter den Aufregungen, Ängsten und Anspannungen des Alltags so ein tiefes Vertrauen liegt, zu dem ich immer zurückkehren kann. Und noch etwas habe ich bekommen, von dem ich gar nicht gewusst hatte, dass es mir fehlte: Humor.

Verliebt in den Meister

Jeder im Sangha hat sich spürbar verändert: Menschen sagen uns immer wieder, dass wir so strahlen. Dass unsere Freude ansteckend ist. Wir wissen, dass wir uns gegenseitig alles sagen können. Dass wir uns – in guten wie in schlechten Zeiten – hundertprozentig aufeinander verlassen können. Wir haben jeder für sich und auch gemeinsam erfahren, was es bedeutet zu dienen. Ganz konkret zum Beispiel durch Singen im Krankenhaus. Zuerst war es eine spirituelle Aufgabe. Jetzt lieben wir es. Denn es hat nichts ,mit „gut“ sein oder mit Selbstaufopferung zu tun, wie ich gedacht hatte. Es geht um einen Seins- Zustand, bei dem es nicht um Wollen, Müssen, Sollen geht, sondern um Da-Sein.

Tun, was zu tun ist. Bei allem. Niemals hätte ich gedacht, wie zutiefst erfüllend das ist. Brauchst du dafür überhaupt einen Lehrer? Ja, damit dir jemand den Weg des Erwachens zeigt, dich auf deine Schutzmechanismen aufmerksam macht und dir ein Leitbild ist. Doch das Wichtigste ist, dass du dich wieder verlieben kannst. Und diese unglaublich beglückende Erfahrung machen kannst: zu lieben. Und zwar deinen Meister! Keinen abstrakten Gott, sondern einen Menschen, der diese Liebe nicht benutzt und der frei ist von jeglichem eigenen Wollen, so dass auch du frei werden kannst. Denn das ist die größte Überraschung: Wahre Liebe ist völlig frei. Ich hatte immer so eine Angst vor Abhängigkeit. Und erlebe: Liebe ist frei. Aber nicht im Sinne von unverbindlich, sondern total verbindlich – und absolut frei. Vor einiger Zeit hörte ich den Satz zum ersten Mal, den Mariananda mit Sicherheit schon sehr oft gesagt hat: „Wenn du deinen Meister liebst, dann kannst du endlich dich – selbst – lieben.“

Marianandas Buch „Der Diamantkörper – das Integrale Enneagram- Chakra-Haus“ ist ein Wegweiser durch den Dschungel persönlicher Gedanken und Gefühle hin zur Weite von Freiheit, Weisheit und Liebe. Das Buch verbindet erstmals die beiden Weisheits- Systeme – das Enneagramm und die Chakren – zu einer vollständigen, erfahrbaren Landkarte. Ein übersichtliches, leicht zu erlernendes, praktisches Instrument, das die Einheit von Körper, Seele und Geist darstellt. Es wird eine gänzlich neue, transformative Entwicklungsmöglichkeit aus der Unbewusstheit der Ego-Fixierungen Angst, Wut und Scham zu den höheren Bewusstseinsebenen Liebe, Wahrheit, Mut und Mitgefühl aufgezeigt. Seit Juni 2017 bei Amazon als E-book für 9,99 € (Originalpreis 50 €) erhältlich.

Mariananda-Retreats: Herbst-Retreat 5.-8. Oktober 2017 im Schlüßhof in Lychen bei Berlin. Frühlings-Retreat 29.3.-1.4.2018 im Schlüßhof Sommer-Retreat 28.7.-11.8.2018 auf Fanö/Dänemark Herbst-Retreat 25.10.- 28.10.2018 im Schlüßhof Info und Anm. bei Heike Krups-Tischer unter Tel.: 030-77 20 68 39 oder supervision.h.krupstischer@ t-online.de

Am 9. September gibt es die einmalige Gelegenheit, Mariananda bei einem Satsang im Rahmen des Kongresses Erwachen & Erleuchtung zu erleben. Beginn 17 Uhr, Einlass 16.30 (bitte spätestens bis 16.40 in Stille einfinden) im Yogaze trum in der Akazienstr. 27, 10823 Berlin-Schöneberg.

Author: Oliver Bartsch

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